FAQ für Tänzer:innen

für Festangestellte Tänzer*innen

  • Ensemblesprecher*innen

    Ensemblesprecher*innen

    Die Art und Weise wie ein Theater funktioniert, entspricht nicht immer den Vorstellungen und Erwartungen der Tänzer*innen. Ob es sich um ein sauberes Studio, ein größeres Angebot an Tanzschuhen/Arbeitskleidung, einen freien Tag nach einer Tournee oder die Einhaltung gesetzlicher Arbeitszeiten handelt – die Sprecher*innen des Ensembles sind die Verantwortlichen, diese Wünsche an die Zuständigen weiterzuleiten (z.B. der/die Ballettdirektor*in oder die Intendanz)

     

    Wer sind die Sprecher*innen und wie werden sie gewählt?

    Die Ensemblesprecher*innen sind Mitglieder der Compagnie, die sich freiwillig gemeldet haben und vom Ensemble gewählt wurden, um sich für die Bedürfnisse der Tänzer*innen einzusetzen und deren Fragen zu beantworten. Tänzerinnen und Tänzer, die sich um die Sprecher*innenpositionen des Ensembles bewerben wollen, müssen mindestens eine Saison lang Mitglied des Ensembles gewesen sein und spätestens eine Woche vor dem Wahltag eine Nominierung eingereicht haben. Die Mitglieder des bisherigen Ensemble-Sprecher*innenausschusses (Tanzgruppenvorstand) sollten einen Wahlausschuss wählen. Dieser Ausschuss ist zu Beginn der Saison für die Durchführung und Dokumentation der Wahl und die Mitteilung des Wahlergebnisses an die Vorgesetzten zuständig.

    Der Vorstand sollte aus drei Mitgliedern bestehen: dem/der Vorsitzenden, einem/einer stellvertretenden Vorsitzenden und einem weiteren Mitglied. Die Wahl des/der Vorsitzenden sollte in maximal zwei geheimen Wahlgängen erfolgen. Im ersten Wahlgang wird der/die Kandidat*in mit der höchsten Stimmenzahl zum/zur Vorsitzenden gewählt. Ein zweiter Wahlgang findet nur statt, wenn zwei Kandidat*innen die gleiche Stimmenzahl erhalten haben. Der/die stellvertretende Vorsitzende und die weiteren Vorstandsmitglieder werden danach entschieden, wer die zweit- und dritthöchste Stimmenzahl erhalten hat.

    Einmal gewählt, bleiben die Sprecher*innen in der Regel für zwei volle Spielzeiten in ihrer Position. Sie können jedoch vorzeitig ausscheiden, wenn sie vorzeitig aus der Rolle zurücktreten, die Compagnie verlassen oder vom Ensemble abgewählt werden. Der Antrag auf Abwahl eines Vorstandsmitglieds kann schriftlich gestellt werden. Dann hat der Vorstand zwei Wochen Zeit, um eine Ensemble-Sitzung anzusetzen, bei der eine neue geheime Abstimmung stattfinden soll. Wenn mindestens zwei Drittel des Ensembles die Entfernung dieses Mitglieds befürworten, muss diese Person von ihrem Amt zurücktreten. Wenn ein Mitglied den Vorstand verlässt, findet eine Wahl statt, um diesen Platz für den Rest der beiden Spielzeiten zu besetzen.

     

    Was machen die Sprecher*innen?

    Die Sprecher*innen sind die Vermittler*innen zwischen dem Ensemble und den höheren Instanzen des Theaters. Anstatt sich um die Wünsche einzelner Tänzer*innen zu kümmern, sind die Sprecher*innen dazu da, die Kommunikation zwischen dem Ensemble als Ganzes und der Ballet-/Theaterleitung zu verbessern.

    Die Ensemblesprecher*innen sammeln alle Themen, die ihnen zur Kenntnis gebracht werden, diskutieren diese mit den Tänzer*innen und separat mit höheren Autoritäten. Dies trägt dazu bei, die Verwaltung des Ensembles und des Theaters für die Bedürfnisse der Tänzer*innen zu sensibilisieren.

    Häufige Ensemble-Meetings sind das wichtigste Instrument, um Fragen zu besprechen und die Tänzer*innen über die Arbeit der Sprecher*innen auf dem Laufenden zu halten. Diese Meetings sind nur für Mitglieder des Ensembles (es sei denn, jemand anderes wird absichtlich eingeladen). Die Meetings finden in einem geschlossenen Raum innerhalb der Arbeitszeit statt. Der/Die Arbeitgeber*in sollte nur an Sitzungen teilnehmen, die von ihm/ihr vereinbart wurden oder zu denen er/sie vom Vorstand eingeladen wurde. Über jede Sitzung sollte ein Protokoll erstellt das von den leitenden Vorstandsmitgliedern unterzeichnet wird. Diese Aufzeichnungen sollten auf sichere Weise aufbewahrt werden, sodass nur die Vorstandsmitglieder Zugang zu ihnen haben.

     

    An wen sollen sich die Sprecher*innen wenden, wenn es ein Thema gibt, das geäußert werden muss?

    In der deutschen Kulturpolitik gibt es eine klare Hierarchie der Autoritäten:

     

    Europäisches Recht

    Verfassung

    Bundesrecht

    Tarifverträge/Kollektivverträge

    Betriebsvereinbarungen / Betriebsratsvereinbarungen

    Arbeitsverträge

    Anweisungen des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin

     

    Jede Instanz auf der Liste ist allen darüber aufgeführten Behörden untergeordnet und sollte nicht im Widerspruch zu deren Richtlinien und Vorschriften stehen. Wir Tänzerinnen und Tänzer, müssen den Anweisungen aller oben genannten Instanzen folgen, und wenn wir ein Problem haben, können wir uns, je nach Situation, an eine von ihnen wenden.

    Oftmals werden sich die Sprecher*innen mit einem Fall befassen, der keinen Verstoß gegen die oben genannten Autoritäten darstellt (z. B. einfach saubere Fußböden oder funktionierende Duschen). In diesem Fall sollte es genügen, sich an den/die Direktor*in oder die Intendanz zu wenden. Wenn die Tänzer*innen einen eindeutigen Verstoß gegen eine der oben genannten Autoritäten erleben, dann wird es komplizierter.

    Zunächst sollten die Sprecher*innen versuchen, das Problem an die Ensembleleitung zu adressieren (siehe unten Tipps, wie das geht). Wenn die Leitung nicht ansprechbar oder nicht unterstützend ist, sollten die Sprecher*innen versuchen, mit dem Betriebsrat zu sprechen (siehe Abschnitt «Betriebsrat»). Wenn auch das erfolglos ist, sollte das Gespräch mit der Intendanz gesucht werden. Zu jedem Zeitpunkt des Prozesses ist es möglich und sogar empfehlenswert, mit der Gewerkschaft in Kontakt zu treten (siehe Abschnitt «Gewerkschafts- und Tarifverträge»).

     

    Tipps von uns an dich

    Wenn du Sprecher*in in deinem Ensemble bist, möchten wir dir einige Tipps geben, bevor du das Gespräch mit deiner Leitung suchst:

    + Treffe dich vorher mit den anderen Sprecher*innen/ dem Ensemble, um zu besprechen, was ihr sagen werdet und welche «Position» ihr einnehmen . Es ist wichtig, sich vorher alle einig zu sein und sich vor der Leitung niemals zu widersprechen. Der Schlüssel ist, immer als geschlossene Front zu erscheinen und sich gegenseitig zu unterstützen.

    + Versucht, die Wünsche und Bedürfnisse des Ensembles in einer konstruktiven Weise auszudrücken, sodass sie nicht allein als Beschwerde angesehen werden.

    + Vermeidet es, über einzelne Tänzer und Tänzerinnen im Ensemble zu sprechen. Bezieht euch lieber auf die Gruppe als Ganzes.

    + Legt keine Stimmenanteile aus den Wahlen offen. Die Leitung sollte lediglich über das Ergebnis der Abstimmung informiert werden.

    + Erstellt ein Protokoll des Gesprächs, in dem die Ergebnisse und Entscheidungen der Sitzung festgehalten werden. Teilt dieses Ergebnis mit dem Ensemble, damit es auf dem Laufenden bleibt.

    + Achtet darauf, dass das Ensemble, durch regelmäßige Treffen oder durch schnelle Updates per E-Mail, immer informiert bleibt. Das Ensemble sollte immer dem Handeln des Vorstandes zustimmen und dieses unterstützen. Das Ensemble als Ganzes soll vereint  bleiben, vor allem wenn es um Gruppenentscheidungen geht.

    +Dancersconnect empfiehlt, das Wissen, wichtige Dokumente und den Arbeitsablauf von einem Vorstand zum nächsten weiterzugeben. Die neuen Sprecher:innen sollten in der Lage sein, an laufenden Anliegen weiter zu arbeiten und die bereits von früheren Vorstandsmitgliedern geknüpften Arbeitsbeziehungen aufrechtzuerhalten.

     

    Welchen Schutz haben die Sprecher*innen?

    Die Mitglieder des Vorstands sollten aufgrund ihrer Tätigkeit als Sprecher*innen keine Benachteiligung erleiden. Jede Verletzung des Arbeitsvertrages der Leitung aufgrund von Spannungen mit den Sprecher*innen ist eine rechtliche Grundlage für die Strafverfolgung. Der/die Vorstandsvorsitzende kann verlangen, dass er von einer Probe im Monat befreit wird, als Ausgleich für die zusätzliche Arbeit, die er als Sprecher*in leistet.

     

  • Arbeitsvertrag

    Arbeitsvertrag

    Unser Arbeitsvertrag ist nur einer von vielen Bausteinen im Rechtsgefüge, das unser Arbeitsverhältnis als Arbeitnehmer*innen mit unserem Arbeitgebern regelt. Die Summe aus all diesen verschiedenen Gesetzen und Regelungen bilden das deutsche Arbeitsrecht. Es gliedert sich gemäß der nebenstehenden Hierarchie in verschiedene Ebenen. Arbeitsrecht kann sich von Arbeitsgebiet zu Arbeitsgebiet unterscheiden. Relevante Begriffe sind vage und ohne den Kontext modellhafter Einzelfälle schwer zu definieren. Sie bedürfen daher einer ständigen Neubewertung.

    Verträge und Vereinbarungen sollten garantieren:

    1. Gesunde Arbeitsbedingungen (physische sowie psychologische Gesundheit)
    2. Gerechte Vergütung
    3. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

    Bei der fortführenden Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen auf häuslicher Ebene, sprich durch Betriebs- und Dienstvereinbarungen, hat der Arbeitnehmer ein gesetzlich geschütztes Recht auf Mitbestimmung, das durch Betriebsräte ausgeübt wird. Ein enger Kontakt zwischen Tänzer*innen und Betriebsräten ist daher essentiell.

    Die Besonderheit des Normalvertrag Bühne über viele Jahre nur befristete Arbeitsverhältnisse zu erlauben, basiert auf einer Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes von 1981. Es wird begründet mit:

    _der künstlerischen Freiheit der Intendanz (Artikel 5 Grundgesetz),
    _dem Abwechslungsbedürfnis des Publikums und
    _dem Theaterbrauch.

  • Betriebsrat/Personalrat

    Betriebsrat/Personalrat

    Veröffentlicht Dezember 2021

    Wenn Mitglieder des Ballett-Ensembles Probleme haben, die gelöst werden müssen, und es nicht gelungen ist, sich an den/die Ballettdirektor*in persönlich zu wenden, dann sollten sich die Sprecher*innen des Ensembles an den Betriebsrat wenden. 

     

    Was ist der Betriebsrat?

    Der Betriebs-/Personalrat ist ein Gremium von Personen, die die Beschäftigten eines Theaters vor ihrem/ihrer Arbeitgeber*in (auf freiwilliger Basis) vertreten. Die Delegierten der Mitarbeitervertretung sind meist Angestellte des Theaters selbst, die alle 4 Jahre von den übrigen Mitarbeiter*innen gewählt werden. 

     

    Was ist die Aufgabe des Betriebsrates?

    Der Betriebsrat spielt in vielen Bereichen eine Rolle und kann als Mitarbeitervertretung des Theaters wahrgenommen werden. Die Rolle des Rates lässt sich grob wie folgt zusammenfassen:

     

    • Sicherstellen, dass die Rechte der Mitarbeitenden beachtet und respektiert werden.

    • Aufzeichnung von Vorschlägen und Beschwerden von Mitarbeitenden und die Weiterleitung dieser Informationen an den/die Abteilungsleiter*in

    • Teilnahme an Sitzungen mit Abteilungsleiter*innen und Gewerkschaftsvertreter*innen, bei denen Haus-Interne-Vereinbarungen formuliert werden können. Haus-Interne-Vereinbarungen sind Regelwerke, die für ein einzelnes Ensemble/Theater gelten und nicht im Arbeitsvertrag oder der NV-Bühne enthalten sind. Diese Abkommen tragen dazu bei, Probleme und Schwierigkeiten, die bestimmte Sektoren oder Gruppen betreffen, mühelos zu überwinden.

    • Gewährleistung der Eingliederung und Förderung von Schwerbehinderten am Arbeitsplatz.

    • Beteiligung an Diskussionen über die Sicherheit am Arbeitsplatz und die Verringerung der Häufigkeit von Arbeitsunfällen.

    • Der Beirat ist mit einzigartigen Befugnissen und Rechten ausgestattet, um faire Bedingungen für die Mitarbeitenden in einem sicheren Arbeitsraum zu gewährleisten.

     

    Warum wissen wir nicht immer, dass der Betriebsrat existiert? 

    Der Betriebsrat vertritt uns Tänzerinnen und Tänzer bei einem Konflikt mit unserem/unserer Arbeitgeber*in. Manche Arbeitgeber*innen möchten deshalb nicht, dass wir von dieser Möglichkeit, vertreten zu werden, erfahren. Es ist wichtig herauszufinden, wer der Betriebsrat in eurem Theater ist und, dass zumindest die Ensemblesprecher*innen mit ihm kommunizieren. Auf diese Weise können wir die Probleme der Tänzerinnen und Tänzer besser vertreten und Veränderungen zum Wohle der Mitarbeitenden bewirken, die im konventionellen Gespräch mit der Leitung nicht möglich sind.

  • Arbeitslosengeld I

    Arbeitslosengeld I

    Wenn dein Vertrag mit einer deutschen Tanzcompagnie abgelaufen ist und du arbeitslos bist, kann die Bundesagentur für Arbeit dich finanziell unterstützen. Diese finanzielle Unterstützung heißt Arbeitslosengeld I, die dir bei der Suche nach einem neuen Job und / oder bei einer Unterbrechung zwischen zwei Arbeitsverträgen helfen kann.

    Die folgenden Informationen richten sich an Personen, die an einem deutschen Theater oder Unternehmen beschäftigt waren, in den letzten 30 Monaten mindestens 12 Monats-Beiträge an die deutsche Sozialversicherung gezahlt haben und weiterhin berechtigt sind, in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Wenn diese Kriterien nicht auf dich zutreffen, lese bitte “Grundsicherung für Arbeitslose” im Bereich Freelancer, oder besuche folgende Seite.

     

    Was soll ich tun wenn ich eine Nichtverlängerungsmitteilung bekomme?

    Wenn du eine feste Anstellung in einem Theater hast (einen Vertrag über zwölf Monate, der sich automatisch verlängert, wenn er nicht gekündigt wird), solltest du bis spätestens Ende Oktober über die Beendigung deines Arbeitsvertrages informiert werden. Um zukünftig Arbeitslosengeld zu bekommen, musst du dich zunächst bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitssuchend melden. Am besten wendest du dich an das Jobcenter, sobald dir dein Arbeitsvertrag gekündigt wird, da sie dir bei der Suche nach einer neuen Stelle behilflich sein können und deine Arbeitslosigkeit eventuell verhindert werden kann.

    Wenn dir nur kurzfristig gekündigt wird, solltest du dich innerhalb von drei Tagen nach der Benachrichtigung an deine örtliche Arbeitsagentur wenden, um dich arbeitssuchend zu melden.

    Dies kann auf der Website der Bundesagentur für Arbeit, über die kostenlose Hotline oder persönlich erfolgen.

    Hier findest du deine lokale Arbeitsagentur.
    Kostenfreie Hotline: 0800 4 555 500

    Wir empfehlen dir auch unseren Q&A-Beitrag “Transition” zu lesen.

    Wenn du einen neuen Job im Tanzbereich suchst, kann dir eine Agentur wie die ZAV behilflich sein (siehe “ZAV”)

     

    Wann kann ich Arbeitslosengeld I beantragen?

    Wenn deine Beschäftigung endet, du dich als Arbeitssuchende*r gemeldet, aber keine neue Stelle gefunden hast, ist der nächste Schritt, dich arbeitslos zu melden. Wir empfehlen dir, dich drei Monate im Voraus als arbeitslos zu melden. Wenn du innerhalb der folgenden drei Monate eine Stelle findest, kannst du deinen Arbeitslosenstatus ändern. Achte darauf, dass du dich spätestens am ersten offiziellen Tag nach Ablauf deines Arbeitsvertrags als arbeitslos melden kannst.

     

    Zwei Möglichkeiten, dich arbeitslos zu melden:

    1. Online – Anmeldung zur Arbeitslosigkeit auf der folgendem Link: web.arbeitsagentur.de
    2. Persönlich – um sich persönlich anzumelden, benötigst du deinen Personalausweis oder Reisepass, ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis sowie eine Bescheinigung über die Anmeldung beim Bürgeramt. Sobald du arbeitslos gemeldet bist, kannst du gleichzeitig einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen (persönlich, auf der Website oder telefonisch). Die Leistung wird dir am Ende des Monats gutgeschrieben.

     

    Wie viel Geld erhalte ich und für wie lange?

    Wie lang und wie viel Geld du bei Arbeitslosengeld I bekommst, ist abhängig von deinen Beiträgen an die Sozialversicherung und von deinem Gehalt vor deiner Arbeitslosigkeit.

    Die Höhe des Arbeitslosengeldes, das du erhältst, hängt von deinem durchschnittlichen Nettogehalt in den 12 Monaten vor deiner Arbeitslosigkeit (sog. «Beurteilungszeitraum») ab. Du erhältst 60% deines bisherigen Durchschnittslohns (bzw. 67%, wenn du Kinder hast), bis zu einem Höchstbetrag von 7.050 Euro pro Monat in Westdeutschland und 6.750 Euro in Ostdeutschland. Von diesem Betrag zieht die Agentur für Arbeit automatisch zusätzliche Steuern und Beiträge wie gesetzliche Krankenversicherung, Rentenversicherung etc. ab.

    Die Dauer deines Anspruchs auf Arbeitslosengeld richtet sich nach deinem Alter und der Dauer deiner Erwerbstätigkeit in Deutschland (und damit der bezahlten Arbeitslosenversicherung). Die Höchstdauer, die du Arbeitslosengeld erhalten kannst, beträgt 12 Monate, wenn du jünger als 50 Jahre alt bist, und 24 Monate, wenn du älter als 58 Jahre alt bist. Wenn du entlassen wirst, kannst du sofort nach Beendigung deiner Beschäftigung Arbeitslosengeld erhalten. Wenn du jedoch freiwillig aus dem Berufsleben aussteigst, kannst du erst ab dem vierten Monat nach Beendigung der Beschäftigung Arbeitslosengeld beziehen. Wenn die Dauer deines Anspruchs abgelaufen ist und du keine neue Stelle gefunden hast, musst du möglicherweise Arbeitslosengeld II beantragen (siehe “Grundsicherung für Arbeitslose” im Bereich Freelancer).

     

    Was wird von mir während meiner Arbeitslosigkeit erwartet?

    Die Hauptsache, die erforderlich ist, um dein Arbeitslosengeld zu erhalten, ist die Suche nach einem neuen Job. Es ist sehr wahrscheinlich, dass du während deiner Arbeitslosigkeit zu einer Besprechung in deine Arbeitsagentur eingeladen wirst. Diese Termine werden abgehalten, damit die Agentur mehr über deinen aktuellen Status und deine Stellensuche erfahren kann. Möglicherweise musst du einen Nachweis über Bewerbungen und/oder Auditions vorlegen, an denen du teilgenommen hast. Aufgrund der Covid-19-Krise ist es jedoch möglich, einige, wenn nicht alle dieser Termine über das Telefon abzuhalten. Außerdem darfst du während deiner Arbeitslosigkeit Deutschland nicht ohne Genehmigung der Agentur verlassen.

Für freie tanzschaffende

  • Die ersten Schritte zur/m Freiberufler*in

    Die ersten Schritte zur/m Freiberufler*in

    Vielleicht wechselst du von einer Anstellung in eine freiberufliche Tätigkeit oder du hast gerade dein Studium beendet. Wie fängst du an, als freischaffende*r Tanzkünstler*in zu arbeiten? Neben der künstlerischen Arbeit und der Jobsuche, musst du sicherstellen, dass all deine Papiere in Ordnung sind. Wenn du kein*e EU-Bürger*in bist und noch keine gültige Aufenthaltserlaubnis hast, musst du diese erstmal beantragen (siehe Visa & Residence Permit Resource Guide). Dies ist ein eigene Prozedur, aber viele der unten aufgeführten Schritte zum/zur Freiberufler*in sind für beide Verfahren erforderlich.

     

    Als nächstes:

    Registriere deine Adresse (Anmeldung)

    Wenn du deine Anschrift noch nicht angemeldet hast, vereinbare online einen Termin beim Bürgeramt und bringe folgende Unterlagen mit:

    • Gültiger Reisepass oder Personalausweis

    • Mietbestätigung Ihres Vermieters (Wohnungsgeberbestätigung)

    • Anmeldeformular

     

    Anmeldung für Kranken- & Sozialversicherung

    Um in Deutschland leben und arbeiten zu können, benötigst du eine Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung.

    Als Freiberufler*in musst du dich bei einer Krankenversicherung selbständig anmelden. Du hast die Wahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung.

    Die Renten- und Pflegeversicherung erfolgt durch den Staat. Die KSK (Künstlersozialkasse) unterstützt selbstständige Künstler*innen bei der Zahlung ihrer Sozialversicherungsbeiträge. Du musst eine KSK-Mitgliedschaft separat beantragen, nachdem du in einer Kranken- und Sozialversicherung eingeschrieben bist (siehe KSK Q&A).

     

    Es gibt verschiedene Versicherungen, die nicht obligatorisch sind, aber dich auf deinem Weg als Freiberufler*in weiter unterstützen können. Wir haben eine Liste der Versicherungen zusammengestellt, die dich interessieren könnten (Link zur Liste)

     

    Registriere dich für eine Steuernummer 

    Für den Start als Freiberufler*in ist der Besitz einer Steuernummer notwendig. Anhand der Steuernummer kann das zuständige, örtliche Finanzamt die Einkommensteuererklärung dem Steuerpflichtigen zuordnen. Die Steuernummer setzt sich aus Informationen über dein Bundesland, das zuständige Finanzamt und einer persönlichen Nummer zusammen.

    Um deine Steuernummer zu erhalten, musst du den «Fragebogen zur steuerlichen Erfassung» ausfüllen und diesen deinem lokalen Finanzamt zusenden. Du solltest deine Steuernummer innerhalb weniger Wochen per Post erhalten.

    Sobald du eine Steuernummer hast, muss diese Nummer auf jeder deiner Rechnungen angegeben werden.

     

    Wichtig: Jedes Mal wenn du umziehst, sei es in eine andere Stadt oder ein neues Bundesland in Deutschland, aber auch innerhalb derselben Stadt, musst du das nächstgelegene Finanzamt informieren, da sich deine Steuernummer ändern kann (nicht deine Steuer-ID, diese bleibt immer gleich).

     

    Erläuterung: Die Steuer-ID ist deine Steueridentifikationsnummer. Im deutschen Steuersystem wird diese Nummer deiner Person zugeordnet. Es bleibt deine persönliche Steueridentifikationsnummer für den Rest deines Lebens. Sie muss auf allen Schreiben an das Finanzamt stehen und wird verwendet, um alles im Zusammenhang mit der Einkommensteuer zu verarbeiten.

     

    Und schließlich musst du jedes Jahr:

     

    Die Steuererklärung machen

    Sobald du als Freiberufler*in Geld verdienst musst du deine Steuern erklären. Die Steuererklärung kann mit Hilfe eines Steuerberaters oder über Online-Steuerportale wie ELSTER, Taxfix oder Steuergo gemacht werden. Dazu benötigst du deine Steuer-ID und deine Steuernummer.

     

    Weitere Informationen für Freiberufler*innen:

     

    Sozialversicherungsnummer

    Die Sozialversicherungsnummer wird auch Rentenversicherungsnummer oder RVNR genannt. Diese Nummer ändert sich nicht im Laufe deines Lebens. Bitte kontaktiere die Deutsche Rentenversicherung, um deine persönliche Sozialversicherungsnummer zu erhalten.

     

  • KSK - Künstlersozialkasse

    KSK - Künstlersozialkasse

    • Sie arbeitet als Arbeitgeberin
    • Sie übernimmt die Arbeitgeberkosten/ Krankenversicherung/ Rente
    • Sie übernimmt 50% der Krankenversicherungskosten

     

    Die Künstlersozialkasse gewährleistet, dass selbständige Künstler*innen im Rahmen der gesetzlichen Sozialversicherung den gleichen Schutz genießen wie angestellte Künstler*innen. Die KSK koordiniert die Zahlung der Beiträge ihrer Mitglieder zur Krankenversicherung und zur gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung. Für weitere Information: kuenstlersozialkasse.de

     

    Was sind die Vorteile einer KSK-Mitgliedschaft?

    Als angestellte*r Künstler*in übernimmt der/die Arbeitgeber*in einen Teil der Sozialversicherungsbeiträge. Selbständige Künstler*innen müssen die Beiträge in voller Höhe aus eigener Tasche bezahlen. Bei einer KSK-Mitgliedschaft zahlen Freischaffende nur die Hälfte des geforderten Betrages, der Rest wird von der Künstlersozialkasse finanziert.

     

    Was sind die Voraussetzungen um Mitglied der KSK zu werden?

    • Du musst du dich bewerben und nachweisen, dass du ein*e freiberufliche*r Künstler*in bist.
    • Deine Hauptbeschäftigung und dein Haupteinkommen sollten aus deiner freiberuflichen Tätigkeit stammen.

     

    Du musst selbständige*r Künstler*in sein und mindestens 3. 900,00 EURO im Jahr / 325,00 EURO pro Monat verdienen.

    In den ersten drei Jahren der selbstständigen Tätigkeit kannst du von der KSK unterstützt werden, auch wenn du weniger als das Mindesteinkommen verdienst.

    In einer Zeitspanne von sechs Jahren darf dein Jahreseinkommen zweimal unter dem erforderlichen Mindesteinkommen (3. 900,00 Euro/Jahr) liegen.

     

    Wie werde ich Mitglied?

    • Du musst ein Bewerbungsformular ausfüllen und den Nachweis erbringen, dass du ein*e Künstler*in bist und in einem künstlerischen Bereich arbeitest.
    • Du kannst deinen Tanz-/Kunstabschluss und alle Nachweise über deine Arbeit im letzten halben Jahr (Bilder, Video, Website, Programm, ...) einsenden.

     

    Du musst einen Antrag ausfüllen und Unterlagen vorlegen, die belegen, dass du als selbständige*r Künstler*in arbeitest (Verträge, Rechnungen, Nachweise aus dem letzten Arbeitsjahr und den kommenden Monaten). Deine Bewerbung muss genehmigt werden, um Mitglied zu werden. Das Antragsformular und weitere Informationen stehen auf der KSK-Website zum Download bereit.

     

    Sobald du aufgenommen bist, 

    • musst du eine Schätzung abgeben, wie viel Geld du im Jahr verdienen wirst. Und das musst du jedes Jahr tun.
    • Als Freiberufler*in brauchst du ein Mindesteinkommen von 3.900 €/Jahr, um in die KSK aufgenommen zu werden.
    • Der Betrag, den du zahlen musst, wird anhand deines Einkommens berechnet.
    • Du darfst einen Nebenjob bis zu 450 €/Monat ausüben.

     

  • ZAV

    ZAV

    Es ist eine Tanzagentur, die mit der Arbeitsagentur verbunden ist.

    Um bei der ZAV aufgenommen zu werden, muss man vorsprechen.

    Sie helfen dir, Auditions und Jobs für dich zu finden, je nachdem, welche Art von Tänzer*in du bist.

    Aber wenn man in der ZAV ist, kommt man auch in die KSK.

     

    zav.arbeitsagentur.de

     

     

  • Visa Resource Guide

    Visa Resource Guide

     

    CLICK HERE

  • Lokale Netzwerke Zeitgenössischer Tanz

    Lokale Netzwerke Zeitgenössischer Tanz

    Wir können gar nicht genug betonen, wie wichtig es für freiberufliche Tänzer*innen ist, sich über lokale Netzwerke zu informieren und ihnen beizutreten! 

    Wofür ist das lokale Netzwerk da?:

    • Bieten Unterstützung und Vernetzungsmöglichkeiten für einzelne Künstler*innen, um mit anderen Künstlern*innen, lokalen Organisationen, Theatern und Festivals in Kontakt zu treten und berufliches Wissen auszutauschen.

    • Förderung der öffentlichen Wahrnehmung und Wertschätzung der darstellenden Künste sowie der Anerkennung der Arbeitspraktiken und Leistungen von Schauspieler*innen/Darsteller*innen.

    • Durch Diskussionen, Vernetzung und Initiativen streben sie eine nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen von Tanz- und Theaterschaffenden an (einschließlich der Einführung verbindlicher Mindestlohnstandards).

    • Sie setzen sich für eine stärkere Einbindung der freien darstellenden Künste in Forschung, Lehre und Ausbildung sowie für die Förderung der europäischen und internationalen Vernetzung ein.

     

    Wo finde ich mein lokales Netzwerk?:

    Hier findest Du eine Liste lokaler Netzwerke in Deutschland, beginnend mit dem Bundesverband Freie Darstellende Künste (oder BVFDK), der der größere Dachverband für die 18 verschiedenen Verbände ist: einer für jedes Bundesland, einer für Kinder- und Jugendtheater und einer für Aufführungen im öffentlichen Raum oder im Freien. Am Ende findet sich auch eine Liste weiterer Netzwerke, die für verschiedene Städte oder Anliegen spezifisch sind.  

    Der Bundesverband Freie Darstellende Künste e.V. ist der bundesweite Dachverband aller Landesverbände der professionellen Freien Darstellenden Künste in Deutschland. 

    darstellende-kuenste.de/de/
    Email: post@darstellende-kuenste.de

     

    Die Mitglieder des Bundesverbands sind die einzelnen Landesverbände:

     

    Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg

    www.laftbw.de/home/
    Email: laftbw@t-online.de

     

    Verband Freie Darstellende Künste Bayern

    www.freie-theater-bayern.de/
    E-mail: info@vfdkb.de

     

    LAFT – Landesverband freie darstellende Künste Berlin

    www.laft-berlin.de/

    E-mail: info(at)laft-berlin.de

     

    Landesverband Freier Theater Brandenburg

    www.freie-theater-brandenburg.de/
    E-mail: post@freie-theater-brandenburg.de

     

    Landesverband Freie Darstellende Künste Bremen

    www.lafdk-bremen.de/
    Email:  info@lafdk-bremen.de

     

    Dachverband freie Darstellende Künste Hamburg

    www.dfdk.de/

    Email: info@dfdk.de

     

    Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen laPROF

    www.laprof.de/
    Email: info@laprof.de

     

    Landesverband Freier Theater Mecklenburg-Vorpommern

    www.laftmv.de/

    Email: info@laftmv.de

     

    LaFT - Landesverband Freier Theater in Niedersachsen

    www.laft.de/

    Email; laft@laft.de

     

    NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste

    www.nrw-lfdk.de/
    Email: info@nrw-lfdk.de 

     

    laprofth – Landesverband professioneller freier Theater Rheinland-Pfalz

    www.laprofth.de/

    E-mail: info@laprofth.de

     

    Netzwerk Freie Szene Saar

    www.freieszenesaar.de/
    Email: kontakt@freieszenesaar.de

     

    Landesverband der Freien Theater in Sachsen

    freie-theater-sachsen.de/
    Email: vorstand@freie-theater-sachsen.de

     

    Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt 

    www.lanze-lsa.de/

    Email: info@lanze-lsa.de

     

    Landesverband freie darstellende Künste Schleswig-Holstein

    www.freie-theater-sh.de/

    Email: info@freie-theater-sh.de

     

    Thüringer Theaterverband e. V.

    www.thueringer-theaterverband.de/

    Email: info@thueringer-theaterverband.de

     

    ASSITEJ Bundesrepublik Deutschland - ASSITEJ e.V. Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche

    www.assitej.de/
    Email: m.fechner@kjtz.de 

     

    Bundesverband Theater im Öffentlichen Raum

    www.theater-im-oeffentlichen-raum.de/
    Email: info@theater-im-oeffentlichen-raum.de

     

    Weitere Netzwerke:

    Landesbüro Darstellende Künste Sachsen

    landesbuero-sachsen.de/

    Das Landesbüro Darstellende Künste Sachsen e.V. (LDKS) besteht seit 2016 als Interessensvertretung und Netzwerk aller Akteur*innen und Produzent*innen der Darstellenden Künste. Im Zentrum seiner Tätigkeit steht die nachhaltige Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Darstellenden Künste im Freistaat Sachsen sowie Aktivitäten zur Verbesserung der Sichtbarkeit der Akteur*innen, Aktivist*innen und Produzent*innen.

     

    Landesbüro Tanz Köln

    www.landesbuerotanz.de/
    Email: nrw@landesbuerotanz.de

    NRW Landesbuero Tanz ist  Ansprechpartner, KommuniKationsplattform und Impulsgeeber für die professionelle Tanzszene in Nordrhein-Westfalen indem es Möglichkeiten zur Vernetzung, Fortbildung und Beratung für die Tanzszene anbietet.

     

    Touring Artists

    www.touring-artists.info/start/

    Email: info@touring-artists.info

    Touring Artists, das Informationsportal für international mobile Künstler*innen und Kreative, bietet umfassende Informationen zu den Themen Visa und Aufenthalt, Künstlerstatus und Verträge, Transport und Zoll, Steuern, Sozialversicherung, andere Versicherungen und Urheberrecht.

    Touring Artists bildet in erster Linie die Gegebenheiten, rechtlichen Grundlagen und Verwaltungsverfahren in Deutschland ab – für ausländische Künstler*innen und Kreative, die hier temporär arbeiten, wie für deutsche und in Deutschland lebende, die zeitweise im Ausland tätig werden.
     

    Produktionszentrum Stuttgart

    produktionszentrum.de/
    Email: info@produktionszentrum.de

    Das Produktionszentrum Tanz + Performance e.V. bietet Tänzer*innen und Choreograf*innen fortlaufend Trainingsmodule und ein abwechslungsreiches Begleitprogramm. Es ist ein Ort des Trainings, der Vorbereitung und der Unterstützung für freie Tänzer*innen aus Stuttgart und der Umgebung und ihrer Produktionen. 

     

    Tanznetz Freiburg 

    www.tanznetz-freiburg.de/
    Email: profitraining@tanznetz-freiburg.de 

    Tanznetz Freiburg ist eine Initiative und Plattform für professionelle Kunstschaffende aus dem Bereich des Zeitgenössischen Tanzes in der Region Freiburg. 

     

    TanzNetzDresden 

    tanznetzdresden.de/
    Email: kontakt@tanznetzdresden.de 

    TanzNetzDresden ist ein sich selbst organisierendes Netzwerk der freien Tanzszene in Dresden. Von freischaffenden Tänzer*innen und Choreograf*innen gebildet, trägt es innerhalb der Stadt Dresden und Umgebung aktiv zur Kunst- und Kulturszene bei.

     

    Tanzregion Vorpommern e.V.

    vorpommern-tanzt-an.de/vorpommern-tanzt-an/partner
    Email: info@vorpommern-tanzt-an.de

    Tanzregion Vorpommern e.V. ist der Träger der Gemeinschaftsinitiative ‚Vorpommern tanzt an‘ und ein Zusammenschluss von: Perform[d]ance (Stralsund), schloss bröllin (Fahrenwalde) und dem Theater Vorpommern (Stralsund, Greifswald & Putbus).
     


    Tanzbüro München

    www.tanzbueromuenchen.de/
    Email: info@tanzbueromuenchen.den

    Das Tanzbüro München versteht sich als Informations- und Beratungsstelle für in München ansässige, professionelle Choreograf*innen und Tanzschaffende. Es bietet alle bei der Realisierung von Tanzproduktionen relevanten Dienstleistungen an. Desweiteren ist das Tanzbüro Ansprechpartner für überregionale und internationale Tanz- und Theaterveranstalter*innen sowie für kulturpolitische Belange der Künstler*innen.

     

    TanzArt-Kirschau (Jana Schmück)

    www.tanzart-kirschau.de/
    Email: info@tanzart-kirschau.de

    TanzART e.V. aus Schirgiswalde-Kirschau ist ein Atelier in der Kunstinitiative „IM FRIESE“. Zeitgenössische und indische Tanzangebote und facettenreiche Workshops vereint TanzART. Ein weiterer Bereich ist die Förderung von internationalen Künstler*innen im Rahmen des artist-in-residence Programms und der Aufbau eines Netzwerkes im ländlichen Raum zwischen Kultur- und Kunstschaffenden und dessen Förderern.

  • Förderungen

    Förderungen

    Veröffentlicht Dezember 2021

    Wer seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen möchte, steht als erstes vor der Frage: “Wie finanziere ich meine Arbeit?”. Um ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen, gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten für die jeweiligen Arbeitsschritte.

    Für was können Förderungen beantragt werden?

    -Research: willst du eine neue Bewegungsform finden? Mit welchem Thema willst du dich befassen? In diesem Status beschäftigst du dich mit den tieferen Fragen, womit du dich in deinem Projekt beschäftigen möchtest, sowie der Planung der Ausführung.

    -Projektausführung: Wie viele Tänzer*innen? Bezahlung? Spielstätte? Probenort? In diesem Status geht es um die konkrete Ausführung deines Projektes. Hier beschäftigst du dich auch mit der Bezahlung deiner Angestellten, ggf. einer Residenz und der Erarbeitung deiner Vorstellung.

    -Residenz: Diese Förderungen werden direkt von Theatern vergeben, welche dir damit die Möglichkeit erteilen, kostenfrei einen Proberaum für Research oder Proben zu nutzen.

    -Gastspielförderung: Falls du schon ein fertiges Stück hast, gibt es diese Fördermöglichkeit, um deine Performance an anderen Theatern zu zeigen und zu finanzieren.

    Unter folgendem Link kannst du genau angeben, wofür und in welchem Bundesland (oder länderübergreifend) du eine Förderung suchst, um das Richtige für dich zu finden:

    tanzfoerderung.de: Diese Website ist relativ alt, jedoch finden wir das Format cool und unterstützenswert. Wir können jedoch nicht gewähren, dass alle angezeigten Fördertöpfe noch beständig sind.

     

    Wieso ist es wichtig, die passende Förderung zu finden?

    Deine Chancen eine Förderung zu erhalten ist um einiges höher, wenn deine Idee zu dem passt, was die Förderer gerne im aktuellen Jahr unterstützen möchten. Es ist somit wichtig zu schauen, dass der Status deiner Arbeit (Research, Ausführung etc.) zur Förderung passt, um überhaupt in Frage zu kommen, Geld zu erhalten.

    Welche Unterlagen können erforderlich sein?

    • Lebenslauf (CV)

    • detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan

    • Projektbeschreibung

    • Nachweis über künstlerische Tätigkeit

    *Oft werden Anträge wegen Formfehlern abgelehnt, versichere dich vor dem Abschicken, ob alle Angaben richtig sind und du alle notwendigen Unterlagen hast.

     

    Welchen Unterschied gibt es zwischen bundes,- und landesweiten Förderungen?

    Länderförderungen beziehen sich auf das jeweilige Bundesland. Hier ist oftmals die Bedingung, dass das Stück im besagten Bundesland ausgeführt wird und/oder der Künstler im besagten Bundesland lebt. Ausnahmen gibt es natürlich auch.

    Bundesförderungen hingegen gelten deutschlandweit und beziehen sich, wenn überhaupt, nur darauf, dass man in Deutschland lebt. In welchem Bundesland, ist jedoch nicht relevant für den Erhalt der Förderung.

     

    Wo finde ich deutschlandweite Förderprogramme?

    Anbei findest du Vorschläge und Links für bundesweite Förderprogramme:

    eacea.ec.europa.eu

    fonds-daku.de

    bundesregierung.de

     

    Wo finde ich Förderprogramme in meinem Bundesland?

    NRW:

    mkw.nrw/kultur/foerderungen

    pact-zollverein.de

    rheinenergiestiftung.de

    nrw-kultur.de

     

    Baden-Württemberg:

    theaterbw.de

     

    Berlin:

    hauptstadtkulturfonds.berlin.de

    berlin.de

     

    Brandenburg:

    fabrikpotsdam.de

      

    Hamburg:

    k3-hamburg.de

    kulturstiftung-hh.de

     

    Hessen:

    tanzplattformrheinmain.de

     

    Mecklenburg- Vorpommern:

    kuenstlerhaus-lukas.de

    regierung-mv.de

     

    Niedersachsen:

    mwk.niedersachsen.de

    landschaftsverband.org

     

    RLP:

    kulturland.rlp.de

     

    Saarland:

    stiftung-dfkultur.org

     

    Sachsen:

    kdfs.de

     

    Sachsen-Anhalt:

    kunststiftung-sachsen-anhalt.de

     

    Schleswig-Holstein:

    kulturstiftung-sh.de

     

    Thüringen:

    staatskanzlei-thueringen.de

     

    Welche anderen Optionen gibt es?

    Falls du keine passende Förderung für dein Projekt findest, oder keine erhalten hast, gibt es die Möglichkeit private Spenden zu sammeln. 

    Auf “go fund me” kannst du deine Idee beschreiben, ein finanzielles Ziel setzen und dieses dann über die sozialen Medien verbreiten. Auf diese Weise können Privatpersonen deinen Prozess unterstützen.

    gofundme.com

  • Verletzungen

    Verletzungen

     

    Wie sieht das Versicherungssystem für Tänzer*innen aus?

    Die Krankenversicherung ist in Deutschland nicht kostenlos, aber obligatorisch. Die meisten Tänzer*innen müssen sich für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden (z.B. AOK, DAK, KKH, Barmer, IKK). Diese deckt alles ab, was kein Arbeitsunfall ist. Wenn man mehr als 60. 750€ im Jahr verdient oder sich selbständig macht, kann eine private Krankenversicherung gewählt werden.

    Wenn du freiberuflich tätig bist, musst du eine eigene Unfallversicherung abschließen. Hier findest du Tipps dazu:

    kuenstler-fairsicherung.de

    vbg.de

     

     

    Um die für dich am besten geeignete Form der Rehabilitation oder Physiotherapie zu finden:

    • Spreche mit deinem/deiner Reha-Manager*in an der Unfallkasse, um die für dich am besten geeignete Form der Rehabilitation oder Physiotherapie zu finden

    • Du kannst auch bei TAMED nach lokalen Tanzphysios fragen.

    • Mit “Medicos auf Schalke” Kontakt aufnehmen – Ein Reha-Zentrum speziell für Tänzerinnen und Tänzer medicos-aufschalke.de

     

  • Grundsicherung für Arbeitslose

    Grundsicherung für Arbeitslose

    Arbeitslosengeld II, ALG II oder Hartz IV

    Veröffentlicht im Januar 2022

    Welche Arbeitslosenunterstützung gibt es für Freiberufler?

    *Wenn du freischaffend bist, jedoch früher an einem deutschen Theater gearbeitet hast, lese bitte «Arbeitslosengeld» im Abschnitt Festangestellte. Typischerweise hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn du deinen Job verloren hast. 

    Wenn du Freiberufler bist, ist die Situation anders, aber es gibt noch einige Möglichkeiten:

     

    Arbeitslosengeld II / Hartz IV

    Was genau ist Arbeitslosengeld II / Hartz IV?

    Es handelt sich um eine Sozialleistung für in Deutschland lebende Menschen, deren Einkommen unterhalb eines angemessenen Existenzminimums liegt.

     

    Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um einen Antrag zu stellen?

    1. Du kommst aus der Europäischen Union (EU), bist Bürger des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) oder der Schweiz.

    2. Du besitzt eine gültige Niederlassungs- oder Aufenthaltserlaubnis, die dich zur Erwerbstätigkeit in Deutschland berechtigt.

    3. Du musst bei der Beantragung der Leistung seit mindestens drei Monate in Deutschland gemeldet sein.

    4. Ausserdem musst du mindestens 1 Jahr legal gearbeitet haben, um diese Leistung auf unbestimmte Zeit erhalten zu können. Wer weniger als ein Jahr, aber mehr als sechs Monate gearbeitet hat, hat Anspruch auf höchstens sechs Monate Unterstützung.

    5. Du bist Freiberufler*in, Selbstständige*r oder Inhaber*in eines Kleinunternehmens und deine Mittel reichen für deinen Lebensunterhalt nicht aus.

     

    Aufgrund der anhaltenden finanziellen Instabilität in unserem Bereich durch die COVID-19 Pandemie hat das Arbeitsamt es Freiberuflern erleichtert, die Grundsicherung für Arbeitsuchende zu beantragen, um sie bei der Stellensuche zu unterstützen.

    Hinweis: Die Regelungen zur Erleichterung des Zugangs zu Grundsicherung für Arbeitsuchende sind derzeit noch bis zum 31. März 2022 verfügbar.

    Wenn du die Grundvoraussetzungen erfüllst, kannst du deinen Antrag sofort online einreichen. Die Antragstellung wurde vereinfacht und ist nun über die Website der Agentur für Arbeit abrufbar: arbeitsagentur.de 

    Direkter Link zum Online-Antrag.

    FAQ-Seite des Arbeitsamts: arbeitsagentur.de

    Weitere Informationen findest du hier.

     

    Was muss ich tun, um Arbeitslosengeld II / Hartz IV zu beantragen?

    Gehe zuerst zu deinem Jobcenter vor Ort und frage nach dem Antragsformular für Arbeitslosengeld II / Hartz IV. Im Moment ist es am besten, sie telefonisch oder per E-Mail zu kontaktiern bzw. das Online-Formular auszufüllen.

    Das Jobcenter benötigt von dir:

    • Antragsformular
    • Personalausweis/ Reisepass
    • Anmeldung und Mietvertrag
    • Kontoauszüge der letzten 5-6 Monate (als Nachweis, dass du wirklich nicht genug Einkommen hast)
    • Rechnungen für alle laufenden Ausgaben (Strom, Heizung, Telefon, Wasser, etc.)
    • Lebenslauf und Nachweise deiner akademischen Qualifikationen (für die Arbeitssuche)
    • deine Daten zu deiner Krankenversicherung (behalte deine aktuelle Krankenversicherung oder erhalte eine bedingte Versicherung, die aktiviert wird, sobald du die Leistungen erhältst)
    • wenn du einen MiniJob oder eine andere Tätigkeit ausübt: eine Kopie deines Arbeitsvertrags und ein unterschriebenes Schreiben deines Arbeitgebers, in dem erklärt wird, dass er nichts dagegen einzuwenden hat, dass du die Leistungen erhältst

     

    Nachdem du alle Unterlagen eingereicht hast, wird dir im Jobcenter ein:e Ansprechpartner:in zugeteilt, der/die von nun an den gesamten Papierkram erledigt, dir bei der Jobsuche hilft und dich begleitet. 

     

    Welche Pflichten habe ich als Hartz IV-Empfänger*in?

    Grundsätzlich wirst du nur aufgefordert, aktiv nach einem Arbeitsplatz zu suchen, damit du die Leistungen nicht mehr benötigst. In den letzten zwei Jahren ist die Bundesagentur für Arbeit aufgrund der Pandemie weniger streng vorgegangen, da sie versteht, dass es nicht einfach ist, in unserem Beruf Arbeit zu finden. Es hängt alles von der Arbeitswelt ab und wie engagiert du bist, um zu zeigen, dass du einen Job finden willst. Sie werden dich auch alle ein bis zwei Monate bitten, zu einem Treffen zu kommen, bei dem du über deine Situation berichtest und beweist, dass du aktiv nach Arbeit suchst. Es ist auch wichtig zu wissen, dass du das Land nicht verlassen darfst, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen.

     

    Wie lange kann ich diese Leistung erhalten?

    In der Regel kannst du die Leistung für maximal 6 Monate erhalten, aber wenn sich deine Situation nach Ablauf dieses Zeitraums nicht geändert hat, kannst du die Leistung für weitere 6 Monate verlängern. Du kannst diesen Vorgang solange wiederholen bis die Leistung verweigert wird.

     

    Und worin besteht der Zuschuss?

    Regelbedarf. Entspricht einer Leistung zur Deckung der Lebenshaltungskosten.

    KdU / Kosten der Unterkunft und Heizung. Entspricht den Kosten für Miete und Heizung.

    Krankenversicherung. Entspricht den Kosten für die Beiträge an deine Krankenkasse.
     

    «Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II) ist eine Sozialleistung, mit der grundlegenden Lebensunterhalt gedeckt werden soll. Sie steht sowohl (ehemaligen) Beschäftigten wie auch Selbstständigen offen. Im Zuge der Corona-Krise wurden die Voraussetzungen für diese Leistung vereinfacht. Mehr Menschen als bisher können jetzt durch Grundsicherung unterstützt werden. »

    Quelle: arbeitsagentur.de

     

    Andere Option

    Überbrückungshilfe – Seit 2020 wurden eine Reihe von verschiedenen finanziellen Überbrückungshilfe-Programmen geschaffen, um Freiberufler, Selbstständige und Unternehmen zu unterstützen. Vielleicht kann eine für dich zutreffen. Um mehr zu erfahren und um dich zu bewerben, besuche bitte: ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

Allgemein

  • Berufliches Selbstbild

    Berufliches Selbstbild

    "Vielen Dank für die große Chance!" Eine Jobzusage oder die Besetzung in einem Stück ist in den Augen von uns Tänzer*innen meistens ein Geschenk und eine Möglichkeit, für die wir zutiefst dankbar sind. An was viele dabei oft nicht denken, ist, dass wir uns dies durch Hingabe, Willenskraft und harter physischer Arbeit verdient haben. Mangelndes Selbstwertgefühl und fehlendes Selbstbewusstsein lässt uns Tänzer*innen oft vergessen, welch essentiellen Beitrag wir für das große Ganze leisten. Wir verdienen nicht nur die Chancen auf der Bühne und den Applaus des Publikums. Wir haben einen gesetzlich und tariflich verankerten Anspruch auf angemessene Beschäftigung, auf eine erfüllende und gesunde Karriere, bei der wir in vielen Angelegenheiten als Arbeitnehmer*innen mitreden dürfen.

    Der Bühnentanz als Berufsfeld hat sich in den letzten 25 Jahren einer enormen Wandlung unterzogen: Das Niveau in den Compagnien ist insgesamt stark gestiegen und Qualitätsunterschiede zwischen kleineren sowie größeren Ensembles haben sich im Zuge dessen immer mehr angeglichen. Tänzer*innen aus aller Welt wissen, um die international einzigartige Dichte und Vielfalt von Compagnien und freien Projekten in Deutschland. In Folge dessen hat die Konkurrenz auf dem Jobmarkt seit dem Fall der Mauer und durch die Globalisierung exponentiell zugenommen - immer mehr bessere Tänzer*innen kämpfen um immer weniger Jobs.

    Gleichzeitig aber blieb eine tiefergreifende und flächendeckende Veränderung der Strukturen und auch des Selbstverständnisses der Sparte aus, die diesen unmittelbaren Druck auf Tänzer*innen hätte kompensieren können. Ständige Befristung, geringe Bezahlung, unzureichend geregelte Arbeitsbedingungen durch den Tarifvertrag NV Bühne Solo, zuweilen überholte Führungs- und Lehrkonzepte, aber vor allem die Liebe zur Kunst haben viele Tänzer*innen in finanzielle und ideelle Abhängigkeiten zu ihren Vorgesetzten gebracht. Das hindert sie daran, selbstverantwortlich für sich als Künstler*innen, Arbeitnehmer*innen und soziale Menschen einzustehen.

    Schwierigkeiten, die der Bühnentanzberuf aus seiner Natur heraus mit sich bringt, kommen aufgrund dieser strukturellen Probleme verstärkt zum Tragen: die physische Hochleistung, geringe Selbstbestimmung im Probenalltag, das hauptsächliche Ausführen von Anweisungen, permanente Prüfungssituationen, sich in einem anderen Land fremd fühlen sowie ein flüchtiges und lokal weit gestreutes Sozialumfeld gehören dazu, können aber mental und zeitlich oft nicht ausreichend kompensiert oder gar überwunden werden.

  • Gewerkschaft

  • Verletzungen

    Verletzungen

    Verletzungen kommen im Leben einer*s Tänzer*in leider vor. Wenn man in Deutschland lebt und arbeitet, ist es wichtig zu wissen, wie man richtig mit der Bürokratie des Gesundheitswesens umgeht, damit man die beste Pflege und Behandlung zu erhalten kann.

     

    Wie sieht das Versicherungssystem für Tänzer aus?

    Die Krankenversicherung ist in Deutschland nicht kostenlos, aber obligatorisch. Die meisten Tänzer müssen sich für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheiden (z.B. AOK, DAK, KKH, Barmer, IKK). Diese deckt alles ab, was kein Arbeitsunfall ist. Wenn man mehr als 60. 750€ im Jahr verdient oder sich selbständig macht, kann eine private Krankenversicherung gewählt werden.

    Alle Angestellten eines Theaters sind im Fall eines Arbeitsunfalls auch über eine Unfallkasse versichert. Diese Versicherung kümmert sich auch um die Arbeitssicherheit und alles, was mit der Gesundheit am Arbeitsplatz zu tun hat. Sie können kontaktiert werden, um eine Arbeitsstätte inspizieren zu lassen, wenn Bedenken bestehen, dass die Arbeitsbedingungen nicht dem Standard entsprechen. 

    Weitere Informationen zur Unfallversicherung findest du unter: dguv.de

    Wenn du freiberuflich tätig bist, musst du eine eigene Unfallversicherung abschließen. Hier findest du Tipps dazu

    www. kuenstler-fairsicherung. de/unfallversicherung/ 

    www. vbg. de/DE/0_Home/home_node.html

     

    Ich habe Schmerzen! Was soll ich jetzt tun?

    Wenn es sich nicht um einen konkreten Arbeitsunfall handelt (siehe weiter für Definition und Erklärung Arbeitsunfall) und du Physiotherapie oder andere Hilfe bei der Schmerzbehandlung benötigst, wende dich an deinen Hausarzt oder vorzugsweise an einen Facharzt für Orthopädie. Dieser kann dir eine Verschreibung für eine notwendige Physiotherapie geben und kann über die Art, die Dauer und die Häufigkeit der Behandlungen entscheiden. Du kannst immer wieder zu deinem Arzt gehen, um eine weitere Verschreibung für Physiotherapie zu bekommen, wenn die vorherige beendet ist. Ärztlich verordnete Behandlungen werden von deiner persönlichen Krankenkasse ganz oder teilweise übernommen.

    Dein Hausarzt und Physiotherapeut sollten in der Lage sein, bei der Schmerzbehandlung zu helfen. Wenn du für etwas Ernsteres einen Facharzt suchst, kann dein Hausarzt dich an einen Facharzt verweisen. Wenn du weitere Hilfe oder Beratung benötigst, wende dich bitte an TA. MED – Tanzmedizin Deutschland Deutschland www. tamed. eu/

     

    Ich habe mich auf der Arbeit verletzt! Was soll ich tun?

    Ein Arbeitsunfall bezeichnet jede Verletzung, die auf dem Weg von zu Hause zur Arbeit, bei der Arbeit, während einer Vorstellung oder auf dem Weg von der Arbeit nach Hause entstanden ist.

    Sobald der Unfall passiert ist, solltest du mit deinem Vorgesetzten ein Formular für einen Arbeitsunfall ausfüllen (Unfallanzeige). Gehe sofort oder spätestens am nächsten Tag zum Arzt. Arbeitsunfälle müssen von einem Durchgangsarzt behandelt werden, unabhängig davon, ob es sich um einen Krankenhausbesuch handelt oder nicht. Der D-Arzt meldet der Unfallkasse zeitnah den Unfall, die Verletzung und die getroffenen Massnahmen. Gleichzeitig informiert der Arbeitgeber die Unfallkasse über den meldepflichtigen Arbeitsunfall.

    Rufe nur einen Krankenwagen, wenn du schwer verletzt bist und du den Arzt nicht selbstständig erreichen kannst (mit öffentlichen Verkehrsmitteln / PKW). Reisekosten im Zusammenhang mit der Verletzung werden von der Unfallkasse nach Erhalt der Quittungen vollständig erstattet. Die Ballettdirektion oder Personalabteilung deines Hauses sollte eine Liste von Durchgangsärzten in deiner Stadt haben. Du kannst sie auch auf dieser Website suchen: www. dguv. de/de/bg-uk-lv/unfallkassen/index. Jsp

    Sobald du in der Klinik / beim Arzt bist, ist es wichtig dem Arzt mitzuteilen dass es sich um einen Arbeitsunfall handelt. Du wirst deine Krankenversicherungskarte zur Identifikation im Gesundheitssystem vorlegen müssen und solltest bereit sein spezifische Informationen zum Unfall abgeben zu können (Wie, Wann und Wo ist es passiert? Welche sind deine aktuellen Symptome? etc.) 

    Vergewissere dich, dass dein Theater/die Ballettdirektion spätestens eine Woche nach der Verletzung einen vollständigen Unfallbericht erhält. Selbst wenn es etwas Kleines ist, ist es sehr wichtig für die Krankenversicherung jede Verletzung zu dokumentieren. 

    Wenn die Verletzung im Studio passiert, rufe einen zertifizierten Erste-Hilfe-Mitarbeiter. Jedes Haus sollte zu jeder Zeit einen zertifizierten Erste-Hilfe-Mitarbeiter im Personal haben. Eine Liste dieser Personen und deren Kontaktinformationen kannst du bei der Ballettleitung oder der Personalabteilung erhalten. Es ist empfehlenswert diese Liste auszudrucken und in der Nähe der Arbeitsbereiche aufzuhängen.

    Wenn sich die Verletzung auf der Bühne ereignet, informiere zuerst den Chefdisponent, entweder direkt oder über den Inspizienten. Der Chefdisponent MUSS auf Verletzungen hingewiesen werden, die kurz vor oder während einer Vorstellung auftreten. Der Chefdisponent benachrichtigt die Ballettmeister, wenn kurzfristige Änderungen vorgenommen werden müssen und hilft bei der Organisation deiner Versorgung und Behandlung.

    Sollte sich die Verletzung auf Reisen innerhalb Deutschlands ereignen, folge bitte dem oben beschriebenen Vorgehen.

    Geschieht die Verletzung auf Touren außerhalb Deutschlands, ist dies abhängig von der Firmenpolitik. Wenn das Unternehmen eine Reiseversicherung hat, sollte diese die Behandlung im Ausland abdecken. Dies ist ein Thema, das du mit deinem Tourmanager oder direkt mit der Ballettleitung besprechen kannst.

     

    Wie kann ich am effizientesten mit meiner Verletzung umgehen?

    Wenn du eine Arbeitsverletzung erlitten hast, wird dir über die Unfallkasse ein Reha-Manager zugeteilt, der anhand der Angaben im ärztlichen Gutachten den konkreten Bedarf an zusätzlichen Maßnahmen oder Unterstützung in Form einer Rehabilitation ermittelt.

    Die Reha-Verantwortlichen setzen sich zunächst mit dir in Verbindung, klären Fragen zu deiner Situation und beraten dich individuell um ein für dich zugeschnittenes Rehabilitations- und Wiedereingliederungsprogramm zu planen. An der Rehabilitationsplanung sollten auch Spezialisten beteiligt sein, die sich konkret mit den körperlichen Anforderungen deiner Arbeit auskennen und auch wissen wie es im Theater läuft. Ein spezieller Trainingsplan sollte erstellt werden um sowohl die verletzten Körperteile zu heilen und zu stärken als auch die nicht verletzten Körperteile gesund zu halten und Muskelabbau zu verhindern. So wird unter ärztlicher Beratung eine Wiedereingliederung in das Theatertraining möglich sein.

    Um die für dich am besten geeignete Form der Rehabilitation oder Physiotherapie zu finden:

    Spreche mit deinem Reha-Manager an der Unfallkasse, um die für dich am besten geeignete Form der Rehabilitation oder Physiotherapie zu finden

    Du kannst auch bei TAMED nach lokalen Tanzphysios fragen (https://www. tamed. eu/) 

    oder mit “Medicos auf Schalke” Kontakt aufnehmen – Ein Reha-Zentrum speziell für Tänzerinnen und Tänzer https://www.medicos-aufschalke.de/gesundheit-medizin/tanzmedizin/kompetenzzentrum-tanzmedizin/kompetenzzentrum-tanzmedizin 

     

    Werde ich weiter bezahlt, während ich Arbeitsunfähig bin?

    Nach der ärztlichen Diagnose erhältst du drei Exemplare einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Krankenschein) – eine für dich, eine für deinen Arbeitgeber und eine für die Krankenkasse. Es ist wichtig, dass du diese Bescheinigung innerhalb einer Woche nach deinem Arztbesuch an die Krankenkasse schickst, damit du Krankengeld bekommen kannst, wenn die Lohnfortzahlung endet. Meist beträgt das Krankengeld 70 Prozent des Bruttomonatsgehalts (den genauen Betrag kannst du hier berechnen: https://www. finanztip.de/gkv/krankengeld/).

    Anspruch auf Krankengeld hast du:

    • nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit. Bis dahin bekommst du noch von deinem Arbeitgeber dein reguläres Gehalt (§ 3 EntgeltFG).
    • bei Behandlung als stationärer Patient in einem Krankenhaus oder einer Rehabilitationseinrichtung ohne Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber.
    • bei Erkrankung in den ersten vier Wochen einer neuen Anstellung. Erst nach dieser vierwöchigen Wartepflicht hast du Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung deines Arbeitgebers. Stattdessen kann die Krankenkasse Krankengeld gewähren.

     

    Bei einem Arbeitsunfall haben du Anspruch auf Schadenersatz bei der Unfallkasse. Normalerweise beträgt das Verletztengeld 80 Prozent des Brutto-Monatsgehalts und wird nicht gezahlt, wenn Krankengeld bereits von der Krankenkasse bereitgestellt wird. Weitere Informationen erhältst du bei deiner Unfallkasse unter: 

    https://www. arbeitsrechte. de/verletztengeld/#Was_ist_Verletztengeld

    Sobald du gesund und fit genug bist, um wieder an deinen Arbeitsplatz zurückzukehren, zahlt dein Arbeitgeber wieder dein volles Gehalt und das Krankengeld entfällt.

    Wenn du Freiberufler bist sollte deine Unfallversicherung dein Kranken-/Verletztengeld bezahlen. Dieses wird nach dem Gehalt berechnet, dass du bei der KSK angegeben hast.

     

    Wann und wie kann ich wieder arbeiten?

    Jedes Theater sollte ein «Betriebliches Eingliederungsmanagement» (BEM) eingerichtet haben. Du kannst mit ihnen zusammenarbeiten, um deine Rückkehr zur Arbeit nach einer langen Krankheit oder Verletzung richtig zu verwalten. Kontaktiere die Personalabteilung oder den Personalrat (Betriebsrat) für weitere Informationen.

    Weitere Informationen finden Sie unter: https://www. kus. uni-hamburg. de/en/themen/gesundheit-familie-soziales-gleichstellung/soziale-beratungsangebote/bem.html

  • Bayerische Versorgungskammer

    Bayerische Versorgungskammer

    In dieser Rubrik findest du wichtige Informationen über die deutsche Rentenversicherung für Bühnen- und Theaterkünstler*innen. Wir haben versucht dieses komplexe Thema so umfassend und zugänglich wie möglich zu machen. 

    Der Großteil der Informationen stammt aus Dateien und Dokumenten der Bayerischen Versorgungskammer-Website, weitere Informationen, Dokumente und Kontaktdaten findest du unter: https://www.Buehnenversorgung.de

     

    Was ist die Bayerische Versorgungskammer/BVK?

    Die Bayerische Versorgungskammer ist eine Agentur mit Sitz in München, die die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen (VddB) verwaltet.

     

    Was ist die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen/ VddB?

    Die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen (VddB) bietet künstlerisch tätigen Mitarbeiter*innen der deutschen Theater eine zusätzliche Vorsorge- und Rentenversicherung. Neben dem zusätzlichen Versicherungsschutz im Alter, bei Berufsunfähigkeit und bei Tod erhält man durch die VddB als Tänzer*in die besondere Möglichkeit, nach Beendigung der professionellen Bühnentätigkeit, Mittel zur Unterstützung des beruflichen Übergangs zu bekommen.

     

    Wer ist bei der BVK versichert und wie?

    • Alle festangestellten oder gastangestellten professionellen Bühnenkünstler*innen, die mindestens 17 Jahre alt sind. Die Pflichtversicherungszeit beginnt mit dem Beginn der Beschäftigung.

    • Das Versicherungsrecht des/der Künstler*in bleibt von seiner/ihrer Staatsangehörigkeit unabhängig.

    • Rentenfonds werden weltweit ausgezahlt. Der/Die versicherte Künstler*in muss während der Rente nicht in Deutschland leben, um von seinen/ihren Leistungen profitieren zu können.

    • Jede*r Künstler*in erhält Leistungen, die im Verhältnis zu seinen/ihren eingezahlten Beträgen stehen.

    • Freischaffende Künstler*innen haben ebenfalls Anspruch auf eine BVK-Versicherung. Du musst dich unter folgendem Link selbstständig anmelden: www.buehnenversorgung. de/downloadcenter#5870.
       

    Dafür wird ein Nachweis über dein Jahreseinkommen oder deine KSK-Mitgliedsnummer gebraucht, sowie auch eine Zusammenfassung deiner künstlerischen Tätigkeit der letzten 2-3 Jahre zu.

    • Wenn du einen Vertrag mit einem Theater beendest, aber weiterhin freiberuflich arbeitest, kannst du deine Zahlungen und die Mitgliedschaft bei der BVK fortsetzen (mehr Informationen zu Mindestanforderungen folgen).

    • Wenn du deine Arbeit in Deutschland beendest, aber im Ausland als Tänzer*in weiter arbeitest, kannst du deine Zahlungen und die Mitgliedschaft bei der BVK fortsetzen.

    • Wenn du deine Berufstätigkeit als professionelle*r Bühnentänzer*in beendest und das Geld für einen beruflichen Übergang nicht in Anspruch nehmen willst, hast du die Möglichkeit deine Einzahlungen bei der BVK fortzusetzen.

    • Die Versicherung bei der Künstlersozialversicherung (KSK) hat keine Auswirkungen auf die Versicherung bei der BVK.

     

    Was werden deine Beiträge sein?

    Die Beiträge für deine Zusatzrente werden zu gleichen Teilen von dir und deinem Arbeitgeber bezahlt.

    Wenn du deinen Teil der Beiträge erhöhen willst oder bei Beendigung deines Beschäftigungsverhältnisses die Einzahlung der Mindestbeiträge beibehalten möchtest, kannst du dich bei der BVK melden.

     

    Was ist Riester?

    Riester ist die Möglichkeit für Sie, zusätzliche staatliche Zuschüsse auf diese Rente zu erhalten und erklären Steuern für sie. Der Staat zahlt zusätzliche Zulagen für Ihre Pflichtbeiträge, die als Sonderausgaben von der Einkommensteuer abgezogen werden können.

    Weitere Informationen zu den Bewerbungsbedingungen und -verfahren finden Sie unter: www. buehnenversorgung. de/Downloadcenter#5851 (Riester- Informationsmaterial- «Erläuterung 15- Riester-Fördermassnahmen»).

    Wenn Sie freischaffende Künstler sind, müssen Sie mindestens 4% Ihres Nettojahreseinkommens beisteuern, um sich für «Riester» zu bewerben.

     

    Wofür kann ich das Geld meines Fonds verwenden?

    Du kannst das Geld deines Fonds für folgende Leistungen verwenden:

    Altersrente: Du kannst deine Zahlungen, nach dem du deine Karriere als Tänzer beendet hast, fortsetzen. Der Mindestbeitrag beträgt 12,50 Euro monatlich. Wenn du bis zum gesetzlich vorgeschriebenen Rentenalter versichert sind, können Sie die Wartezeit für die Altersrente (60 Beitragsmonate) erreichen und sich mit Vollendung des 62. Lebensjahres einen Anspruch auf eine flexible Altersrente sichern. Wenn Sie vor dem 31. Dezember 2000 nicht mindestens 60 Beitragsmonate entrichtet haben, haben Sie bei Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze (67) Anspruch auf eine Altersrente, wenn Sie die Wartezeit von 120 Beitragsmonaten erreicht haben.

    Nach Ihrem Tod haben Ihre Hinterbliebenen Anspruch auf eine Rente (Sterbegeld, Witwengeld) Beihilfe, Hinterbliebenenrente für eingetragene Lebenspartner und Waisengeld).

     

    Übergang (Abfindung) - Unter den Bühnenberufen nehmen die Tänzerinnen und Tänzer eine Sonderstellung ein, da sie ihren Beruf in der Regel nur für eine begrenzte Zeit ausüben können. Die von der VddB gezahlte Vergütung soll dir den beruflichen Wechsel oder die Gründung eines eigenen Unternehmens erleichtern. Anspruch auf diese Vergütung hast du, wenn du das 32-jährige Lebensjahr vollendet hast und Ihren Bühnenberuf bis zu diesem Zeitpunkt (dazu gehören alle Bühnenarbeiten, nicht nur das Tanzen) oder bis zum Ende der Saison, wenn Sie 44 Jahre alt sind, nicht aufgegeben haben. Sie müssen den Nachweis einer Umschulung, Weiterbildung oder Existenzgründung erbringen. Sie müssen mindestens 60 Monate lang Beiträge entrichtet haben, ohne Leistungen (Invalidenrente) zu beziehen, und nachweisen, dass Sie nicht mehr als Tänzer arbeiten und künftig keine Tätigkeit ausüben werden,bei der du bei der VddB versichert sein musst. Die Abfindung entspricht der Summe aller gezahlten Beiträge, d. h. einschliesslich des Arbeitgeberbeitrags, und wird auf Antrag einmal pauschal ausgezahlt. Das Antragsformular ist bei der Verwaltung oder online unter www. buehnenversorgung. de im Bereich «Versicherung und Versorgung – Formulare» erhältlich. Sie müssen sich innerhalb von zwei Jahren nach Aufgabe Ihres Bühnenberufs bewerben.

    Bitte beachten Sie: Die vollständige Zahlung Ihrer Entschädigung entspricht all Ihren Erwartungen an den VddB. Wenn Sie die Wartezeit von 60 Monaten für die Altersrente erreicht haben, sollten Sie sorgfältig abwägen, ob Sie noch über ausreichende Altersrentenleistungen verfügen. Die Höhe der bis dahin zu erwartenden Erwerbsunfähigkeitsrente wird auf Anfrage mitgeteilt.

     

    Invaliditätsrente – Tänzerinnen und Tänzer haben Anspruch auf Invaliditätsrente für einen begrenzten Zeitraum, wenn ihre Invalidität vor Erreichen des 35. Lebensjahres aufgrund eines Arbeitsunfalls eingetreten ist, oder wenn sie mindestens 60 Monate lang Beiträge gezahlt haben. Wenn Sie eine Invaliditätsrente beantragen, haben Sie keinen Anspruch mehr auf die Entschädigung für Tänzer. Die Ansprüche auf Altersrente und Hinterbliebenenrenten bleiben jedoch unberührt.

     

    Medizinische Behandlung (nicht obligatorische ärztliche Behandlung Leistungen) - Der VddB kann bei bestimmten Behandlungen auf Antrag ergänzende ärztliche Leistungen gewähren, sofern die Behandlungskosten nicht von einer anderen Stelle übernommen werden. Bezieher einer Berufs- oder Berufsunfähigkeitsrente können vor Erreichen des Rentenalters nicht obligatorische medizinische Leistungen erhalten vorausgesetzt, die Behandlung wird voraussichtlich zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit führen.

    Nicht obligatorische medizinische Leistungen werden gewährt für künstliches Gebiss (Prothesen und Implantate, Zahnkronen, dreidimensionale Zahninlays für darstellende Bühnenkünstler), ambulante und Spa-Behandlungen (berufliche Reha, stationäre Behandlung in Ausnahmefällen), Leistungshilfen (Kontaktlinsen, Hörgeräte) sowie kosmetische Operationen und Laserinterventionen zur Verbesserung der Sehschärfe von darstellenden Bühnenkünstlern.

    In Einzelfällen und in Verbindung mit bereits gewährten Leistungen dürfen die nicht obligatorischen medizinischen Leistungen 10% der bis zum Ende des letzten Steuerjahres vor der Behandlung gezahlten Beiträge nicht übersteigen.

     

    Weitere Informationen finden Sie unter www.buehnenversorgung.de/Downloadcenter

    (Nebenleistungen- Tänzerabfindung- «Erläuterung ’23- Besondere Regelungen für Tänzer und Mitglieder von Tanzensembles»)

     

    Gibt es weitere Vorsorgepläne für mich?

    Jeder, der in Deutschland lebt, hat einen Fonds in der gesetzlichen Rentenversicherung, der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Teilnahme ist verpflichtend für Mitarbeiter- Jeder Arbeitnehmer wird auf der Grundlage des Jahresverdienstes veranlagt. Die Prämien werden direkt vom Arbeitgeber abgezogen, wobei der Arbeitnehmer die Hälfte und der Arbeitgeber die Hälfte zahlt. Englischsprachige Informationen über das deutsche Rentensystem finden Sie unter www. deutsche-rentenversicherung. de. Weitere Informationen zu den verschiedenen Beiträgen zu diesen Pensionskassen erhalten Sie bei der deutschen Rentenversicherung oder unter www.howtogermany. com/pages/german-retirement. html.

    Es gibt zusätzliche private Pläne, die für jeden in Deutschland lebenden Menschen zur Verfügung stehen. Sie können Personen über Ihre Bank kontaktieren, um weitere Informationen über diese Pläne zu erhalten. Weitere Informationen über Riester (Förder) Rente und Rürup (Basis) Rente finden Sie unter: www.howtogermany.com/pages/private-pension-plans.html

     

  • tamed

    tamed

    ta.med e. V. gibt der Gesundheit im Tanz eine Stimme. Sie engagieren sich in allen Tanzsparten mit dem Ziel, die Gesundheit und Lebensqualität von Tanzenden im gesamten deutschsprachigen Raum zu fördern – vom Laien bis zum Profi.

    tamed.eu

  • Versicherungen

    Versicherungen

    (Empfehlung von DC)

    Haftpflichtversicherung (privat)

    In Deutschland ist es Gesetzlich geregelt wer für einen Sach/Personenschaden aufkommen muss. Das heißt, dass die einzelne Person, die einer zweiten Person durch eigenes Verhalten oder Unterlassen einen Schaden zufügt, die andere Person durch Schadensersatz entschädigen muss

     

    Berufshaftpflicht 

    Freiberufliche Tänzer:innen/Choreograf:innen sind gesetzlich gesehen Unternehmerinnen. Im Gegensatz zu Arbeitnehmer:innen sind Freiberufler:innen bei Schäden selbst in der Haftung. Hier greift nicht, wie oft fälschlich angenommen, die private Haftpflichtversicherung, sondern diese Risiken müssen gesondert abgedeckt werden.

    Im Allgemeinen sind in der Haftpflichtversicherung Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden abgedeckt. Spezielle Risiken wie Tätigkeitsschäden, Be- und Entladeschäden, Mietsachschäden an Immobilien, Schlüsselverlust, etc. können gesondert versichert werden. 

     

    KSK (Kranken-/Sozial-/Rentenversicherung)

    Mehr infos zur KSK findest du unter unserer Rubrik KSK.

     

    Private Rentenversicherung (Bayerische Versorgungskammer)

    Mehr Infos unter Bayerische Versorgungskammer.

     

    Unfallversicherung (für Freiberufler) 

    Eine Unfallversicherung wird für jede:n Freiberufler:in empfohlen. Diese greift wenn der Versicherte sich während der Arbeit oder auf dem Weg dorthin verletzt. Beispiele für Unfälle: Autounfall, Ausrutschen auf der Bühne, Verletzen beim Transport von Instrumenten/Equipment, Sturz von einer Treppe. (Bezahlt Arztrechnungen im Fall eines Arbeitsunfalles.)

     

    Berufsunfähigkeitsversicherung (idealerweiser im Studium abgeschlossen) 

    Diese Versicherung greift, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deinen Job nicht mehr ausführen kannst oder nur noch bis zu 50% (drei Stunden am Tag). In diesem Fall würde die Versicherung dir eine Frührente oder ähnliche finanzielle Beihilfe leisten. (Beispiel: Bandscheibenvorfall, burn out etc.)

     

    Hausratversicherung 

    Diese Versicherung erstattet dir im Fall eines Wasserschadens, Einbruch, Brand  oder ähnlichen unverschuldeten Situationen, deinen Privaten Schaden an deinen Sachen. Es ist also Sinnvoll wenn Möbel/Elektrogeräte angeschafft werden, diese für den Ernstfall zu versichern.

     

    Auf https://www.touring-artists.info/versicherungen/ findet ihr detailliertes Wissen über Versicheurngen in Deutschland.

    Wir empfehlen für weitere Infos auf der website von touring-artists nachzulesen und gegebenenfalls einen Termin mit einem der dort aufgelisteten Versicherungsvertreter zu vereinbaren. Einige Versicherungsoptionen lassen sich verbinden (Beispiel: Haftpflicht+Hausrat). Wenn du dich in einer Lebenspartnerschaft befindest oder verheiratet bist, kann es auch durchaus Sinn machen eine Haftpflichtversicherung gemeinsam abzuschließen um Kosten zu verringern.

  • Gewerkschaften

    Gewerkschaften

    Veröffentlicht im Dezember 2021

    Den meisten von uns Tanzkünstler:innen ist nicht klar, welch große Rolle die Gewerkschaften in unserer Arbeitswelt spielen. Die Arbeit und die Verantwortung von Gewerkschaften ermöglichen uns die Grundlagen unserer Beschäftigung zu verstehen und somit die Lebenssituation von Tänzer:innen in Deutschland zu begreifen und zu verbessern.

     

    Was ist eine Gewerkschaft?

     

    Eine Gewerkschaft ist eine Organisation von Arbeitnehmer:innen, die sich zusammenschließt, um Ziele wie bessere Löhne, Sozialleistungen und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erreichen. In Deutschland gibt es viele aktive Gewerkschaften, die verschiedene Arbeitsbereiche vertreten, darunter auch den Bereich der darstellenden Künste.

    Gewerkschaften verhandeln mit anderen sozialen und politischen Gremien, um die Rechte und Interessen der Arbeitnehmer:innen zu vertreten und zu schützen. In Deutschland gelten Gewerkschaften als «Sozialpartner», d. h. sie beteiligen sich sowohl an Tarifverhandlungen als auch an politischen Entscheidungsprozessen und anderen öffentlichen Aufgaben. Die Gewerkschaften sind in Deutschland durch das Verfassungsrecht besonders geschützt, d. h. jede/r Einzelne und jede Tätigkeit hat das Recht, sich zum Schutz und zur Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen Verbände zu bilden.

    Durch Tarifverhandlungen legt die Gewerkschaft die Rahmenbedingungen für die Arbeitsverträge fest (Arbeitszeiten, Arbeitsumfeld, Urlaub, erforderliche Pausen usw. ). Die Gewerkschaften treffen auch Lohnvereinbarungen für einzelne Unternehmen oder ganze Branchen (Festlegung unterschiedlicher Lohnniveaus, Festlegung von Mindestlohnanforderungen, Festlegung von Lohnerhöhungen usw. ).

    Die Arbeitsverträge (einschließlich der Tänzer:innen) basieren auf Tarifverträgen, die von den Gewerkschaften ausgehandelt werden. In den meisten Fällen fester Anstellungen an deutschen Theatern wird zunächst auf einen Tarifvertrag Bezug genommen. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Vorschriften, die die Arbeitsbedingungen und Rechte der Arbeitnehmer:innen innerhalb eines Sektors regeln. Diese Regeln werden zwischen einer Gewerkschaft und dem Deutschen Bühnenverein ausgehandelt. Im Bereich der darstellenden Künste heisst dieser Vertrag NV Bühne und wird von der Gewerkschaft GDBA (Genossenschaft Deutscher Bühnen Angehöriger) und dem Deutschen Bühnenverein ausgehandelt.

     

    Warum sollten Tänzer:innen einer Gewerkschaft angehören?

     

    • Die Mitglieder haben Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und nach 6 Monaten Mitgliedschaft auch auf rechtliche Unterstützung und Vertretung in arbeitsrechtlichen Fragen. Dazu gehören die Verletzung von Arbeitsrechten, Belästigung, ungerechtfertigte Entlassung und Vertragsprobleme.

    • Die Gewerkschaften spielen eine wichtige Rolle bei der Aushandlung der Arbeitsverträge der ausübenden Künstler. Je mehr Tänzerinnen und Tänzer die Gewerkschaft unterstützen, desto besser werden ihre Stimmen vertreten, die Tanzlobby gestärkt und die Instrumente der Kollektivverhandlungen für bessere, gerechtere und sicherere Arbeitsbedingungen erhöht.

    • Für Tänzer:innen, die an Theatern arbeiten, erhöht die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder in Ihrem Theater die Macht der Gewerkschaft, Sie zu unterstützen und direkte Vereinbarungen mit Ihrem Theater zu treffen.

    • Für freiberufliche Tänzerinnen und Tänzer gibt es die Möglichkeit, innerhalb der Gewerkschaft aktiver zu werden, um die Solidarität zu stärken und unfaire und inakzeptable Arbeitsbedingungen, wie unzureichende finanzielle Entschädigung, zu verringern.

     

    Was tun Gewerkschaften sonst noch?

     

    • Sie organisieren eine Vielzahl von Ereignissen (Informationsveranstaltungen, Diskussionsforen) für ihre Mitglieder, die die Möglichkeit bieten, sich zu beteiligen, Wissen zu erwerben und Beiträge zur branchenbezogenen Diskussion zu leisten.

    • Sie beraten in parlamentarischen Ausschüssen.

    • Sie beaufsichtigen öffentliche Sozialversicherungssysteme wie Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, gesetzliche Krankenversicherung und Unfallversicherung.

    • Mitgestaltung des Inhalts und der Strukturen der deutschen professionellen Theaterausbildung, einschließlich der Einrichtung von Prüfungsverfahren und Fachschulen.

    • Einflussnahme auf die Gesetzgebung, die für die Kulturwelt von Bedeutung ist.

    • Unterstützung der Weiterentwicklung der Gesetze die Theater betreffen, einschließlich der Bildung und Unterstützung von Gerichten zur Lösung von Streitigkeiten innerhalb der Theaterindustrie.

    • Förderung junger Künstler.

    • Förderung der künstlerischen Entwicklung der Theaterindustrie.

     

    Wie werde ich Mitglied und wie viel kostet es?

     

    In Deutschland gibt es mehrere Künstler:innenverbände. Dancersconnect empfiehlt jedoch, der GDBA beizutreten, da sie für die Aushandlung des NV Bühne-Vertrags zuständig ist, den die meisten Tänzerinnen und Tänzer an deutschen Theatern erhalten. Je mehr Tänzer:innen es in einer Gewerkschaft gibt, desto mehr Lobby- und Verhandlungsmacht hat die Gewerkschaft.

     

    Klicke hier, um GDBA-Mitglied zu werden:

    https://www.buehnengenossenschaft.de/mitgliedschaft

     

    Beiträge für Freiberufler:

    16,00 € pro Monat (7,00 € für die ersten 6 Monate)

     

    Beiträge für vollzeitbeschäftigte Tänzer:innen:

    1% Ihres Monatsgehalts vor Steuern (€ 7,00 für die ersten 6 Monate) oder

    20 €, wenn Ihr Bruttogehalt unter 2. 000 € liegt

    71 € bei einem Bruttogehalt von mehr als 7. 100 €

    (Die Beitragshöchstgrenze richtet sich nach der Höhe der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze des VddB, siehe Q&A BVK)

     

    Ermäßigte Beiträge für Arbeitslose, Rentner:innen und Trainees:

    € 7,00 pro Monat

    Gebühren für Studierende und Auszubildende:

    € 0,00 assoziierte Mitgliedschaft kostenlos (ohne Anspruch auf Rechtsschutz)

     

    Ein Kommentar von uns bei dancersconnect!

    Dancersconnect unterstützt das Entwickeln eines neuen Weges für die Gegenwart, die nächste Generation und alle zukünftigen Generationen professioneller Tänzer:innen – wo es normal ist, dass Tänzer:innen sich ihrer selbst bewusst sind, aktive Mitglieder einer Gewerkschaft sind und sich für die Verbesserung von Bezahlung, Arbeitsbedingungen und Gerechtigkeit in unserer Branche einsetzen. Bitte hilf uns dabei, indem du noch heute der Gewerkschaft beitrittst.

     

    Gewerkschaftsbildung = Künstlersolidarität

     

    Du glaubst, du brauchst sie nie, bis du es tust!

     

    Weitere Informationen findest du auf der GDBA-Website:

    https://www.buehnengenossenschaft.de/

     

    Wenn du einer anderen Gewerkschaft beitreten möchtest, besuche bitte die folgenden Websites:

    Ver. di: https://www.verdi.de/ueber-uns/mitglied-werden

     

    VdO: https://www.vdoper.de/mitgliedschaft/index.htm

     

  • Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz

    Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz

    «Tänzer sind Künstler und Kunst ist Arbeit. Kunst als Kulisse für Missbrauch zu benutzen, ist keine Entschuldigung». (Whistle While You Work)

     

    Diskriminierung, Körperverletzung, Missbrauch, Gewalt oder sexuelle/rassische Belästigung am Arbeitsplatz sind oft eine schockierende und lähmende Tortur. Emotionen wie Angst, Scham, Leere und Schuldgefühle können auftauchen, was es extrem schwierig macht, durch den mentalen Nebel zu sehen. Bedauerlicherweise kommt es in der Tanzwelt häufig zu Belästigungen, da es sich um einen körperlichen und leidenschaftlichen Beruf handelt, der noch immer in einer hierarchischen Struktur ausgeführt wird. Die Grenze zwischen angemessenem Verhalten und Belästigung ist, ähnlich wie bei anderen Kunstformen, oft unklar und  Überschreitungen werden normalisiert . Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass du nicht allein bist, wenn Missbrauch an deinem Arbeitsplatz geschieht, dass komplexe/kontroverse Emotionen normal sind und dass es viele verschiedene Maßnahmen gibt, die dir helfen können.

     

    Ich erlebe eine belästigende Situation am Arbeitsplatz. Was soll ich jetzt tun?

     

    Hier findest du Anweisungen der Plattform «Whistle While You Work» (WWYW), die dir schrittweise helfen können mit einer belästigenden Situation am Arbeitsplatz umzugehen:

    • Schreibe ein Bericht (impact statement) auf: Datum, Uhrzeit und Ort der Belästigung; was geschah und wer daran beteiligt war; wer (wenn überhaupt) Zeuge der Tat war; wie diese dich emotional, mental, körperlich, finanziell und persönlich beeinflusst hat.

    • Teile deine Erfahrung mit einer Person deines Vertrauens und lass dich von ihr vertreten. Wenn es niemanden gibt, dem du deine Geschichte anvertrauen kannst, kannst du deine Worte an WWYW schicken, um Rat und Unterstützung zu erhalten. Auch wenn deine Erfahrung sich anfühlt, als würde sie in eine Grauzone fallen, notiere sie. Deine Erfahrung ist wichtig.

    • Bei sexueller Belästigung und Vergewaltigung solltest du nicht duschen und deine Kleidung in einer sauberen Plastiktüte aufbewahren. Gehe zu einem/-r Gynäkologen/-in oder einem/-r Arzt/Ärztin und lass dich auf STD/STIs und HIV untersuchen.

    • Melde deine Geschichte der Polizei, wenn du damit einverstanden bist. Du kannst auch deinen Bericht und Fotos, Videos, E-Mails, Textnachrichten, Sprachnotizen, Beiträge in sozialen Medien und sonstige Nachweise vorlegen, die für die Untersuchung hilfreich sein könnten. Dieser Schritt kann ggf. anonym erfolgen.

    • Melde deine Erfahrung bei den zuständigen Stellen der Kulturpolitik: Wende dich an deine:n Direktor:in (falls er/sie nicht die belästigende Person ist), an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft.

    • Im Falle eines kriminellen Vorfalls (Gewalt, Vergewaltigung, Missbrauch) kannst du dich an das Büro für Anregungen, Beschwerden und Chancengleichheit deiner Stadt wenden. Eine solche Aktion könnte zur Veröffentlichung der Angelegenheit führen.


     

    Um belästigendes Verhalten am Arbeitsplatz zu vermeiden, ist es wichtig zu wissen, wie man bei Kolleg:innen und Arbeitgeber:innen klare Grenzen setzt. Du hast das Recht auf deine persönlichen Grenzen – jederzeit – z. B. während du im Unterricht korrigiert wirst, während du am kreativen Prozess teilnimmst, während/zwischen den Proben usw. Neben einer potenziellen Rechtswidrigkeit, ist die Art und Weise wie du berührt, angesprochen und behandelt wirst, enorm wichtig, da sie deine Leistung innerhalb und ausserhalb der Arbeit beeinflusst. Wenn du dir nicht sicher bist, ob eine bestimmte Situation belästigend ist oder nicht, beachte bitte folgendes:

     

    • Unangemessene Berührungen während des Trainings und der Probe sind nicht nur eine Form von körperlicher Misshandlung, sondern auch von Einschüchterung/Geistiger Misshandlung, wenn sie vor anderen Tänzern ausgeführt wird.

    • Die Brüste, den Hintern, die Genitalien, die sexuelle Vorgeschichte und die sexuelle Orientierung einer Person zu kommentieren, ist unangemessen am Arbeitsplatz, vor und nach der Arbeit, bei Feierlichkeiten außerhalb der Arbeitszeiten und zu jeder Zeit, wenn es unwillkommen ist.

    • Es sollte keine Verpflichtung bestehen, ohne deine Zustimmung sexuelle Interaktionen mit irgendjemandem am Arbeitsplatz zu haben, unabhängig von choreografischen und kreativen Absichten.

     

    Wie soll ich mich Verhalten, wenn ich belästigt werde?

     

    Wenn du Missbrauch erfährst, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und dein Bestes zu tun, um es zu beenden, bevor es eskaliert. Wir empfehlen dir, dich jetzt mit folgenden Sätzen vertraut zu machen, da Missbrauch oft schockierend und lähmend sein kann:

     

    « Mir gefällt nicht, was du tust. Hör auf. »

    « Wenn du ______ sagst, fühle ich mich eingeschüchtert/ gedemütigt/ beleidigt. »

    « Wenn du _______ tust, fühle ich mich __________. Bitte hör auf. »

    « Bitte sprich nicht so über meinen/ihren/seinen Körper, es ist beleidigend. »

    « Was Sie gerade tun, ist unangemessen und es muss aufhören. »

     

    Was kann ich tun, um belästigendes Verhalten an meinem Arbeitsplatz zu verhindern?

     

    Wenn du belästigendes oder diskriminierendes Verhalten erkennst, ermutigen wir dich einzuschreiten und etwas zu sagen, um zu verhindern, dass du ein passiver Beobachter wirst. Das Einschreiten schützt nicht nur die Person, die die Belästigung erlebt, sondern ist auch ein Protest gegen das System, das es erlaubt, solche Vorkommnisse aufrechtzuerhalten. Wenn du beobachtest, wie sich jemand am Arbeitsplatz sexistisch/ rassistisch/ klassistisch/ homophob/ antisemitisch/ islamophob oder feindselig verhält, schreite bitte ein und spreche es an! Dancersconnect und Whistle While You Work ermutigen dich, eine gleichberechtigte Vertretung an deinem Arbeitsplatz zu fordern und sich für faire Bedingungen und Behandlung von Menschen aller Hautfarben, Geschlechtsidentitäten und ethnischen Zugehörigkeiten einzusetzen. Dies kann im Rahmen von Gesprächen und Diskussionen zwischen Ensemblemitgliedern (und idealerweise auch Direktor:innen) geschehen, auf die der Betriebsrat bei systemischen Widerständen oder Herausforderungen aufmerksam gemacht werden kann.


     

    Ich wurde auf der Arbeit belästigt. Wo finde ich Hilfe?

     

    Für weitere Informationen und Unterstützung besuche bitte Whistle While You Work unter: http://www.nobody100.com/

     

    Für weitere Beratung wenden Sie sich bitte an die Vertrauensstelle Themis: https://themis-vertrauensstelle.de/

    Themis ist ein unabhängiges Gremium von Berater:innen, Psycholog:innen und Jurist:innen, das die einzigartigen Arbeitsbedingungen von Theater-, Film- und Fernsehkünstler:innen versteht. Themis erkennt die komplexen Umstände, mit denen Künstler:innen, insbesondere Freiberufler, außerhalb von Unternehmensstrukturen konfrontiert sind, bei denen Beschwerden über sexuelle Übergriffe oft unglückliche Folgen haben.

    Die Vertrauensstelle Themis wurde 2018 als Reaktion auf die #metoo-Bewegung gegründet, um einen geschützten Raum für vertrauliche Beratung und Zugang zu Rechtsberatung zu bieten. Themis bietet auch psychologische Beratung und Mediation an. Das Mediationsverfahren ermöglicht es dir, den Vorfall privat zu halten und gleichzeitig auf die Unterstützung eines Mediators zurückzugreifen, um Lösungen zu finden und schriftliche Vereinbarungen für deinen zukünftigen Schutz zu entwerfen. Jeder Schritt wird mit dir abgestimmt – Themis unternimmt keine Maßnahmen ohne deine ausdrückliche Zustimmung und gibt auch deine Identität nicht preis.

     

    Kontakt:

    Telefonische Sprechstunden:

    Telefon: 030 23 63 20 20

    Montag, Mittwoch, Do: 10. 00 – 12. 00 Uhr

    Mittwoch, Donnerstag: 15. 00 – 17. 00 Uhr

     

    Termine nach Vereinbarung:

    Telefon: 030 23 63 20 210

    Mo – Fr 10 – 15 Uhr

     

    Darüber hinaus möchten wir dir die antirassistischen Workshops von Arpana Aischa Berndt und Marjana Bogojevic empfehlen. Wenn du Zeuge rassistischer Ausdrucksmuster oder Verhaltensweisen an deinem Arbeitsplatz bist, empfehlen wir dir, dich mit ihnen in Verbindung zu setzen, indem du eine E-Mail an howtobeanally@yahoo.com schickst und sie um einen Workshop bittest (natürlich mit Zustimmung deines/-r Arbeitgeber:in).

    https://produktionshaeuser.de/veranstaltungen/arpana-aischa-berndt-marijana-bogojevic/

     

  • Mindestlöhne

    Mindestlöhne

    Einen Job für die “Publicity” oder die “Erfahrung” zu nehmen, zahlt nicht die Miete! Diese “Chancen” respektieren auch nicht jahrelange Ausbildung, Qualifikationen und praktische Erfahrung. Wenn es um professionelle Tänzerinnen und Tänzer geht, ist Klarheit und Transparenz in Bezug auf die Vergütung absolut notwendig. Du musst wissen, was du wert bist! Du musst für deine Arbeit bezahlt werden und du solltest nicht für eine Audition zahlen müssen!

     

    Tänzer:innen müssen über Geld reden! Frage deine Kollegen, wie viel sie bekommen und frage erfahrene Tänzer um Rat.

     

    Hier ist eine Liste der aktuell empfohlenen Mindestlöhne für Tänzerinnen und Tänzer. Bitte beachte, dass es derzeit keine Gesetze gibt, die die Zahlung des Mindestlohns durchsetzen.

     

    Für vollbeschäftigte Tänzerinnen und Tänzer:

    • Minimum NV-Bühne Solo: 2000 € brutto (netto ca. 1200€, das variiert immer etwas)

     

    Für zeitgenössische freischaffende Tänzerinnen und Tänzer:

    • Pro Monat:   2. 490 € (mit KSK-Mitgliedschaft) netto

                                  2. 875 € (ohne KSK-Mitgliedschaft) netto

     

    • Pro Vorstellung:   250 € (mit KSK-Mitgliedschaft) 

                                           280 € (ohne KSK-Mitgliedschaft)

     

    • Pro Probentag:   105 € (mit KSK-Mitgliedschaft)

                                         130 € (ohne KSK-Mitgliedschaft)

     

    Für kommerzielle freiberufliche Tänzerinnen und Tänzer:

    • Pro Übungstag: 150 € – 200 €
    • Pro Vorstellung: 300 € – 350 €
    • Video-Drehtag: 450 € – 600 € (erwäge Buy-Outs )

     

    Wenn du freiberuflich tanzt solltest du bei deiner Lohnverhandlung, auf alle deine Ausgaben achten, wie:

    -Versicherungskosten (vor allem, wenn du nicht bei der KSK bist),

    -Räumlichkeiten (Miete für Wohnung, Proberaum etc. )

    -Kommunikation (Telefon, Mobiltelefon, Website-Hosting, Porto etc. )

    -Materialien (arbeitsbezogene Geräte wie Software, Kleidung, Make-up etc. )

    -Fortbildung (Teilnahme an Kursen/Workshops, Erwerb von Lernmaterialien)

    -Mobilität (Fahrzeugwartung/Kraftstoffkosten, öffentlicher Verkehr)

    -Verpflegung am Arbeitsplatz (Essen, Getränke)

    -Kostüme (wenn du aufgefordert wirst, deine Privatkleidung zu tragen, haben du Anspruch auf Rückerstattung/Vergütung)

     

    Per Diems (Tagesgeld, wenn du unterwegs bist/arbeitest)

    - 28 € für jeden Kalendertag, an dem der Mitarbeiter 24 Stunden von zu Hause abwesend ist

    - jeweils 14 Euro für den An- und Abreisetag, wenn der Arbeitnehmer an diesem, einem anschließenden oder vorhergehenden Tag außerhalb seiner Wohnung übernachtet

    -14 Euro für den Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer ohne Übernachtung außerhalb seiner Wohnung mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist; beginnt die auswärtige berufliche Tätigkeit an einem Kalendertag und endet am nachfolgenden Kalendertag ohne Übernachtung, werden 14 Euro für den Kalendertag gewährt, an dem der Arbeitnehmer den überwiegenden Teil der insgesamt mehr als 8 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend war

    - Das Tagesgeld wird nicht gewährt, wenn zwischen dem Ort, an dem die Tätigkeit ausgeübt wird und dem eigentlichen Arbeitsplatz/der eigenen Wohnung nur eine kurze Entfernung liegt (höchstens zwei Kilometer).

     

    Quellen:

    https://www.bva.bund.de/SharedDocs/FAQs/DE/Bundesbedienstete/Mobilitaet-Reisen/Dienstreisen/nach-der-reise/030tagegeld.html

     

    https://www.laft-berlin.de/honoraruntergrenze/

     

    http://freie-theater-sachsen.de/wp-content/uploads/2020-10-16_LFTS_berechnungshilfe-aktualisierte-honoraruntergrenze.pdf

  • Steuer - Quellen

    Steuer - Quellen

    Im Folgenden haben wir für dich zahlreiche Online-Quellen mit Informationen zum deutschen Steuersystem zusammengestellt.


    Was für Steuern bezahle ich als Arbeitnehmer*in in Deutschland?

    handbookgermany.de 

    deutschland.de

    youtube.com

     

    Was ist eine Steuererklärung?

    handbookgermany.de

    aktuell-verein.de

    juraforum.de

     

    Wie fülle ich eine Steuererklärung aus?

    vlh.de

    steuertipps.de

     

    Spezifische Informationen für Freiberufler:innen und Selbstständige

    getpenta.com
     

  • Transition

    Transition

    Transition 

    Anders als in vielen anderen Berufsgruppen, kann die aktive Karriere Tanzschaffender aus unterschiedlichsten Gründen relativ kurz ausfallen. Dies führt dazu, dass wir uns früher, oder später gerne umorientieren möchten bzw. müssen. Eine Umorientierung kann unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringen, doch bietet sie ebenso eine großartige Chance weiter zu wachsen.

     

    “Als Tänzer*in geht man nicht in Rente sondern man entwickelt sich weiter.” 

     

    Was können Gründe für eine Transition sein?

    • Berufsunfähigkeit (Verletzung, Schmerzen, etc.)

    • Wunsch nach Weiterbildung

    • Wunsch nach Veränderung

    • Wunsch nach finanzieller Sicherheit

    • usw.

     

    Welche Möglichkeiten gibt es nach einer aktiven Tanzkarriere?

    • Studium

    • Berufsausbildung

    • Weiterbildung

     

    Weiterführende Studiengänge (Master Studium): 

     

    Studi finder: studieren-studium.com

    Suchmaschine für Weiterbildung: iwwb.de

     

    Was ist eine Ausbildung?

    Während einer praktischen Berufsausbildung werden Fertigkeiten und Wissen durch eine dazu befugte Einrichtung vermittelt. An zwei unterschiedlichen Lehrstellen bekommt der Lehrling das nötige Wissen vermittelt, um den Beruf nach Abschluss auszuüben. 

    Die Ausbildung dauert, je nach Beruf zwei bis vier Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb (praktisch) und der Berufsschule (theoretisch) statt. Im Durchschnitt verdient ein Auszubildender 950€ im Monat.

    Mehr Infos findest du hier: aubi-plus.de

     

    Ausbildungsmöglichkeiten im Berufsfeld:

     

    Weiterbildung oder Umschulung?

    Bei einer Weiterbildung bleibst du grob in deinem Berufsfeld, d.h. du bleibst in der Theater-, oder Bewegungsszene in Berufen wie: Choreographie, Dramaturgie, Pädagogik etc.

    Bei einer Umschulung wechselst du in einen komplett neuen Beruf und kannst ein ganz anderes Interessenfeld entdecken. z.B. vom Tänzer*innen Beruf zum/zur Goldschmied*in.

     

    Wie gut muss ich Deutsch sprechen für eine Ausbildung in Deutschland?

    Im Regelfall, muss zu Beginn der Ausbildung Niveau B1 in der Deutschen Sprache vorgelegt werden. Möchte man sich z.B für eine Ausbildung als Pflegerin/Pfleger bewerben, werden Sprachkenntnisse auf Niveau B2 benötigt. In vielen Fällen ist es möglich sich bereits mit Niveau A2 für eine Ausbildung zu bewerben. 

     

    Ausbildung in Deutschland für nicht EU Bürger?

    Bewerberinnen und Bewerber aus allen Ländern der Welt können in Deutschland eine Berufsausbildung absolvieren. Hier findest du weitere Informationen sowie Unterstützung falls nötig: life-in-germany.de

     

    Studieren in Deutschland als nicht EU-Bürger?

    Hierfür wird ein Studierendenvisum benötigt. 

     

    Finanzierung:

    Ob Weiterbildung oder Umschulung, alles ist mit Kosten verbunden. Hierzu gibt diverse Fördermöglichkeiten um dich finanziell zu unterstützen:

    • Bildungsprämie: Die Bildungsprämie ist vom Staat finanziert und für jeden zugänglich. Hier können bis zu 50% der Weiterbildungskosten erstattet werden, maximal 500€. 

    Infos unter: www.iwwb.de

    • Bafög: Mit dem BAföG fördert der Staat die erste Ausbildung an berufsbildenden Schulen, Kollegs, Akademien und Hochschulen. Seit der BAföG-Novelle 2019 kann auch ein Studium an einer privaten Berufsakademie gefördert werden. 

    Infos unter: bmbf.de

    • Individuelle Förderprogramme einzelner Bundesländer:

    Infos unter: test.de

    • BVK Einzahlung. Siehe Abschnitt Bayrische Versorgungskammer Transition.

    • Ebenso kannst du Kosten deiner Weiter- bzw. Umschulung (Materialkosten, Fahrtkosten zur Schule etc.) in deine Steuererklärung packen und von der Steuer absetzen.

     

    Was ist Stiftung Tanz?

    Stiftung Tanz hilft Berufstänzer*innen jeder Art als Wegbegleiter in ihrer Transition. Oft wird diese von Karrierezweifeln, Unsicherheiten, Leere und vielen Fragen begleitet. Die Stiftung Tanz ist eine Anlaufstelle für Beratung, Unterstützung und Begleitung. Jede Beratung ist kostenlos und wird vertraulich behandelt.  

    stiftung-tanz.com

    Auch die emotionalen Schwierigkeiten des Karrierewechsels ist der Stiftung Tanz bewusst, weswegen sie besonderen Wert auf psychologische Betreuung legen.

    Für weitere Hilfestellung werden in den Großstädten jedes Jahr Gruppen aus Tänzer*innen gebildet. Diese sollen weitere Hilfestellung bei der Neuorientierung geben. Mehr Infos dazu: stiftung-tanz.com